«If you knew she could feel, you would stop!»

Wenn Du wüsstest, dass sie (Mutter Erde) fühlen kann, würdest Du aufhören (ihr dies anzutun)!

Bereits ist sie vorbei die GEN-Conference des Sommers 2019, dieses bunte, inspirierende, berührende Event des europäischen Netzwerks der Ökogemeinschaften. Die Comune di Bagnaia in der Toscana (seit 1969), hat es geschafft als Gastgeberin eine einfache, sinnvolle und praktische Infrastruktur vorzubereiten für knapp 600 Menschen aus der ganzen Welt! Bravissimo!

Alle zu versorgen mit Essen, sanitären Anlagen, Trinkwasser und genug Platz für Zelte und Schattenplätze, was für eine grosse Arbeit steht dahinter! Die Organisatoren von GEN – Europe haben suverän durch die Tage geführt. Die Struktur der Tage war sinnvoll und angenehm. Am Morgen Plenum, dann Workshops, Pause und Mittagessen, dann Homegroups und Workshops, Pause und Nachtessen und natürlich Abendprogramm mit Musik und Tanz. Das Leben feiern. – Die Sonne brannte heiss tagsüber, sodass die kurzen Regenschauer eine willkommene Abkühlung waren.

Vor der Conference fand die GV von GEN-Europe statt. Leider werden Matthias (Buchhalter) und Thomas (Finacial Manager) ihre Arbeit auf nächstes Jahr abgeben. Auch Genny (Generalsekretärin), deutete an, dass sie zurücktreten wird. Sie waren alle sehr engagiert und committet mit GEN-Europe. Genny war und ist noch die Seele von GEN-Europe. Ihre enorme Leistung trotz visueller Beeinträchtigung ist einfach genial und verdient grossen Respekt.

Während der GV gab es eine Überarbeitung des Mitgliederreglements und der Statuten. Zudem war die Frage betreffend ‘Office-Move’ ein grosses Thema, zu welchem letztlich eine Arbeitsgruppe gegründet wurde, da es zu beiden Varianten viele Vor- und Nachteile gibt.

Die ‘Governance’-Gruppe hat ein neues Modell für die Arbeits- und Ressortaufteilung in GEN-Europe vorgestellt, welches als Pilotversuch begrüsst und angenommen wurde.

Während den Conference-Tagen gab es zweimal am Tag die Möglichkeit aus vielen Workshops, welche an einer Infotafel vorgestellt waren, auszuwählen. Viele interessante Themen. Über 26 Nationen waren vertreten und viele Ecovillagi aus Europa haben sich am 1. Tag, vorgestellt, dem ‘General day’, wo es darum ging, sich anzunähern, auszutauschen, einzustimmen, Infos und Überblick zu erhalten. Auch die verschiedenen Regionen von GEN berichteten und ein Podium mit Albert Bates, Meriline Hamilton und Peter Harper fand statt. Über diese Tage trafen sich verschiedene Arbeitsgruppen zwischen den Programmteilen, um wiedermal real (nicht nur online) miteinder zu wirken.

Jeder Tag wurde kreativ bildlich erfasst und die wichtigsten Inhalte so ersichtlich gemacht.

Der 2. Tag stand unter dem Thema ‘Peace’. Wo in der weiten Welt sind welche Friedens-Projekte am Laufen, wer ist involviert? Menschen aus Israel, Palästina, Kamerun, Sri Lanka und der Türkei berichteten von der Situation in ihren Ländern. Dies war sehr berührend und machte einmal mehr bewusst, wie privilegiert wir in der Schweiz sind. – Dazwischen zarte Musik, um die Gedanken zu sortieren und etwas Ruhe in alles zu flechten.

Inchi und Ali berichteten wie sich die Situation in der Türkei immer mehr verschärft. Die diktatorischen Verhältnisse lasse nur noch wenig Spielraum, sodass auch sie mittlerweilen gefährdet sind, da sie Solidarität mit hungerstreikenden Kurden zeigten.

Kamerun ist in einem Kriegszustand, die Bevölkerung leidet und ist enorm verunsichert und teilweise in lebensbedrohlichen Situationen. Für Sonita, NextGEN Kamerun, eine enorme Herausforderung. – Sie hat das Privileg, zur Zeit in Tamera etwas aufzutanken, um dann wieder für ihr Projekt und die Menschen in Kamerun die Kraft zu haben und weiter zu wirken.

Nachmittags stellten die zwei Peaceworker von Palästina und Israel ihre Modell vor, wie sie mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeiten und eine Annäherung ermöglichen. Eine sehr sensible Arbeit, die viel Wissen und Erfahrung in diesen Themen benötigt. Zudem wird diese Friedensarbeit durch jegliche Eingriffe von der einen oder anderen Seite immer wieder ins Wanken gebracht. Insgesamt jedoch bleibt grosse Achtung für diese Menschen und die trotz allem erfolgreiche Arbeit.

Der 3. Tag stand unter dem Thema ‘Ökologie’. Alle möglichen Themen zu Teilbereichen der Ökologie wurden in den Workshops bearbeitet. Transitiontown, Gemeinschaft mit der Erde, Wind, Sonne, Wasser, Autarkie, ‘how love and sex are political’, Fussabruck der Ökodörfer, etc. – Italien hat übrigens schon seit längerem keine Atomkraftwerke mehr!

Zu Vollmond wurden Frauenkreise initiiert und am Abend ein Fest zu Ehren der Mondin gefeiert. Ein Kreis mit mehreren hundert Leuten, singend, tanzend und schweigend.

Das Thema des 4. und letzten Tages war ‘Soziale Gerechtigkeit’. Die Erde mit allen Lebewesen teilen und wie Ökodörfer Beispiel und Teil dieser Zukunft sind. Solidarische Landwirtschaft, Food Kooperativen, Permakultur, Migration, die Geschichte von der altenativen Gemeinschaft Christiania in DK, und vieles mehr waren an diesem Tag Thema.

Koyote, Schamane aus Mexico, erzählte wie sie lange Zeit eine Art nomadischer Theater-Schul-Community waren und so in verschiedenen Ländern mit verschiedenen ‘Tribes’ zusammen wohnten und später die Rainbow-Bewegung mitgründeten. 1982 gründeten sie die erste Gemeinschaft und später tourten sie mit einer Karavane von 70 Bussen und 400 Menschen während 9 Jahren durch Südamerika, gingen zu Favelas und bauten das Peacevillage auf. 2003 gab es einen grossen Event auf dem Machu Picchu, Peru mit VertreterInnen aus allen Kontinenten und ca. 1200 Personen. Später brachte er sein Modell ‘Peacevillage’ in die Stadt Mexico und seit 2013 steht er für ‘Rights of Mother Earth’ ein. Letztes Jahr fand das Earth-Rights-Festival in Kuba statt und dieses Jahr in Chile in Verbindung mit COP25. – Am Abend ein gemeinsamer feierlicher Schluss, Musik und diverse Festivitäten.

Christine: «Ich fühlte mich nach diesen Tagen reich beschenkt und freute mich an den vielen neuen Bekanntschaften und berührenden Begegnungen mit so vielem Brüdern und Schwestern der Weltfamilie.»

Brigitta: «Jedes Jahr vertieft sich die Verbindung zur Weltgemeinschaft, jedes Jahr berühren die Bericht mehr aus all den Gebieten, denn es sind keine unbekannten Menschen mehr, es sind Bekannte, gute Freunde, liebgewordene Menschen, die betroffen sind. Ich bin dankbar für diese Gemeinschaft und dafür, dass wir an diesen Anlässen, den Puls der Erde immer wieder so deutlich spüren und erleben dürfen.»

Die nächste GEN-Europe Conference findet vom 27.-30. Juli 2020 in der Nature-Community in Deutschland statt.

Christine Morgenthaler und Brigitta Spälti, Vorstand GEN-Suisse

info@gen-suisse.ch

28.7.2019