Was für eine schöne Konstellation, dass das Waldhaus Lützelflüh als Anwärtergemeinschaft
uns GEN-Suisse Menschen in diesem Jahr für das Gemeinschaftstreffen und die
Mitgliederversammlung willkommen heisst und so die Gelegenheit bietet, diesen
wunderbaren Ort mit seinen Bewohnenden gleich etwas kennenzulernen. Das
Schneewittchen bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen ist bekannt für seine
Schönheit. Aber auch das Waldhaus Lützelflüh mit den 22 Bewohnenden hinter den sieben
Emmentaler Hügeln ist ein sehr reizvoller Ort. Ich weiss nicht, ob man mit Schönheit generell
gerne kokettiert und sich dem staunenden Betrachter erstmals entzieht, bevor man sich
daran erfreuen kann. Auf jeden Fall sind wir bei der Anfahrt sehr froh um unser Navi, dass
uns zielsicher durch die kleinen Emmentaler Dörfer lotst, bis wir nach zahlreichen
Weggabelungen bei der schönen Häusergruppe einfahren.

Nach dem Erledigen der Formalitäten bei der Anmeldung im Bistro (ein ehemaliger
Pferdestall), treffen sich alle Menschen zuerst einmal im grosszügigen Dom. Auf dem
Fussboden sind mit Matten und Kissen einladende «Inseln» vorbereitet, jede der Inseln ist
einem Thema gewidmet, zu dem man sich austauschen kann. Eine schöne Form für das
Ankommen, Kennenlernen und Wiederauffrischen von alten Begegnungen. Und auf manch
einer Insel löst sich das Gespräch von dem vorgegeben Thema und man lässt sich treiben
von den Geschichten der Menschen aus den verschiedenen Gemeinschaften. Auf einer Insel
wird fleissig mit Jonglierbällen geübt und nicht unbeliebt ist die «Ruheinsel», wo sich einige
noch der letzten morgendliche Schläfrigkeit hingeben und ihre Beine von sich strecken. Und
so fühlt es sich gar nicht als Unterbrechung an, als nach einer Stunde alle ihre mitgebrachten
Speisen für das Brunch-Buffet auftischen. Mit gefüllten Tellern sucht man sich einfach wieder
einen freien Platz auf einer der Inseln und nimmt wieder einen Gesprächsfaden auf, der
einen zu einem neuen spannenden Einblick in ein Leben in Gemeinschaft führt.

Für die anschliessende Mitgliederversammlung ziehen wir zusammen in den schmucken und
grosszügigen «Hochzeitssaal», der für uns alle schön Platz bietet, obwohl der Kreis an
Menschen am Nachmittag noch einmal angewachsen ist. Wie im letzten Jahr ist die
Mitgliederversammlung wunderbar orchestriert. Sie trägt den Vereinsstatuten in spielerischer
Weise Rechnung. Es wird gesungen, gewürdigt und erklärt. Und als Höhepunkt dürfen wir
zwei neue Gemeinschaften in den Kreis des GEN-Suisse Netzwerkes aufnehmen. Das
Waldhaus Lützelflüh und die Gemeinschaft Battenhof in Ins im berner Seeland.

Gemeinsam schliessen wir die MV draussen ab, wo wir auf dem Feuerplatz ein grosses Feuer entzünden.
Am Nachmittag gibt es die Möglichkeit sich nach individuellen Bedürfnissen in eine Tätigkeit
einzutauchen. Man kann sich bei einer «Fishbowl» der Frage widmen, wie man das
Zusammenleben zwischen den Generationen bereichernd gestaltet werden kann. Andere
tauchen ein in eine Herz-Meditation oder sitzen an das wärmende Feuer und lauschen den
Didgeridoo-Klängen. Ich selbst schätze es mich nach dem langen Sitzen im schönen
Permakultur-Garten des Waldhauses nützlich zu machen und einen kleinen Beitrag für das
Brennholz der kommenden Winter zu leisten.

Vor dem Abendessen kommt noch einmal richtig Leben in die Runde. Die Kinder, die den
Nachmittag im Wald verbracht haben, bringen mit ihren vorbereiteten Spielen viel Heiterkeit
und Lebendigkeit in den Hochzeitssaal, so dass wir alle wach und gutgelaunt in den Dom
ziehen, wo uns ein wunderbares Buffet erwartet, das uns die Waldhaus-Küche unterstützt
durch viele helfende Jugendliche gezaubert haben.
Mit dem leckeren Essen im Magen, den schönen Begegnungen im Herzen und den lustigen
Spielen in den Beinen ist alles angerichtet für einen feierlichen und ausgelassenen Abend.
Ob tanzend im Saal, schwitzend in der Sauna oder plaudernd am Feuer, findet jemensch ein
Plätzchen, um den reichen Tag nach seinen Bedürfnissen ausklingen zu lassen. Wie lange
noch in die Nacht gefeiert wird, kann ich leider nicht sagen, da unsere kleine Delegation sich
bald einmal auf den Rückweg macht. Wir verlassen das schöne «Schneewittchen «im
Emmental und fahren über die sieben Hügel und zahlreichen Dörfer zurück Richtung Berner
Oberland. Im Gepäck das schöne Gefühl getragen und aufgehoben zu sein im Netz dieser
schönen Menschen und Gemeinschaften. Tönt wie ein Märchen ist aber gelebte Realität.
Danke euch allen!

April 2026, Sascha, Lebensraum Belmont