Bereits zum zweiten Mal fand das jährliche GEN-Suisse Sommercamp auf dem Hof der Yamagishi Gemeinschaft statt. Unter freiem Himmel und dem schützenden Dach der grossen Scheune entstand für eine Woche ein Zeltdorf voller Wandelpioniere, Lebenskünstlerinnen und Gemeinschaftsinteressierten verschiedenster Herkunft und Generationen.

Ziel des Treffens war, sich gegenseitig zu inspirieren und spannende Projekte kennenzulernen, brennende Fragen der Gemeinschaftsszene weiterzubewegen und eine gute, nährende Sommerzeit zusammen zu verbringen. 

Tagsüber gab es immer wieder Zeit für OpenSpace, den die Teilnehmenden mit einem reichen Angebot von Workshops und Themenkreisen füllten.

Abends nutzten wir Forum als gemeinschaftsbildendes Werkzeug und es entstand jeweils ein besonderer Raum des gegenseitigen Zeigens und Sehens. Es war sehr eindrücklich, wie tief die Gruppe bereits nach kurzer Zeit gehen konnte, obwohl auch immer wieder neue Menschen dazukamen oder abreisten und es insgesamt eine bunt gemischte Truppe war.

Als zusätzliches Gefäss zum Austauschen bildeten sich «Homegroups», Gruppen von 5–6 Menschen, in denen jede/r über die Woche im kleineren Kreis darüber sprechen konnte, was ihn/sie gerade beschäftigte.

Sehr schön waren jeweils die Projektpräsentationen, die einen Eindruck der Schweizer Ökodorf-Landschaft vermittelten. Dabei kamen die etablierten Gemeinschaften und Projekte zu Wort, gaben Einblick, in was bei ihnen derzeit läuft und erzählten auch transparent von den Herausforderungen und schmerzhaften Momenten, die das Leben in Gemeinschaft mit sich bringen kann. Gleichzeitig stellten sich auch entstehende und sehr junge Gemeinschaften vor, erzählten von ihrer Vision, stellten Fragen und erhielten bekräftigendes Feedback durch das Netzwerk.

Dieses Jahr war zum ersten Mal das Netzwerk Holon am GEN-Suisse Sommercamp mit dabei. Die Gruppe bereicherte das Camp mit seinem Erfahrungsschatz und liess sich umgekehrt von der Arbeit von GEN inspirieren.

Einen besonderen Programmpunkt bildete die Einführung in die Aktionskampagne für die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals oder SDGs). Die SDGs sind eine Sonderinitiative des UN-Generalsekretärs und werden vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen verwaltet. Die siebzehn gesetzten Ziele beinhalten unter anderem die Aufhebung der Armut, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz, bezahlbare und saubere Energie oder der Schutz von Leben an Land und im Wasser. Damit decken sie sich mit vielen Kernanliegen von GEN und eine Zusammenarbeit wird deshalb in Zukunft stark angestrebt. 

Nachdenklich gestimmt hat auch der Input über den ökologischen Fussabdruck, der bei uns allen über dem Mass liegt, das unser Planet tragen kann. Am Beispiel der Schweibenalp wurde gezeigt welche Lebensentscheidungen zu einer Verkleinerung der Belastung führen und inwiefern Gemeinschaften hier ein Zukunftsmodell für die Schweiz sein können.

In der Woche wurden wir von innen und aussen mit Geschenken überrascht, zum Beispiel durch das warme Sommergewitter am ersten Abend, das nach der langen Trockenheit Boden und Gemüter erleichterte oder durch die spontan entstandenen Theatershows, die Kinder und Erwachsene entzückten.

Kulinarisch verwöhnten die Küchenmeister/innen der Next-GEN Community Trogen erneut die Besucher des Sommercamps mit herrlichem vegetarischem Essen.

von Selina Fehr, Mitglied Next-GEN-Beirat

Insgesamt war es eine sehr gelungene Woche, in der Freundschaften und Kooperationen entstehen durften, gesungen, gelacht und ausgetauscht wurde. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!