ReferentInnen aus Genf, Japan, Holland, Frankreich und England zeigten am 9.&10.11.2018 Hintergründe, Missstände und Lösungsmodelle in der Umsetzung der 17 SDGs auf.

 «To live is to choose. But to choose well, you must know who you are and what you stand for, where you want to go and why you want to get there.”

Kofi Annan (1938-2018)

Mit dieser Weisheit von Kofi Annan hat Mintze van der Velde sein Referat begonnen. Er geht zuerst auf die Gründung der UNO 1945, die Menschenrechts-konvention von 1948 und dem Human Rights Council, der dank dem ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan gegründet wurde, ein. Wie steht es mit den Menschenrechten rund 70 Jahre später? Nach wie vor werden vielerorts die Menschenrechte nicht respektiert.

M. v.d. Velde weist darauf hin, dass heutzutage ‘News’ nicht mehr da sind, der Wahrheit willen, sondern, um möglichst viel Aufmerksamkeit von möglichst vielen Personen zu erreichen. Ob der Inhalt der Wahrheit entspräche oder nicht, sei zweitrangig. Er gibt Einblick über die gesamten Entwicklungen hinweg bis zum Zeitalter der künstlichen Intelligenz, welches uns bevorstehe. Er betont, dass Öko-Forschung nicht ausreiche, es brauche Ökoweisheit (Ecosophy).

Um das Leben auf dieser Erde zu retten brauchen wir die Freude der Interaktion mit allem Leben. Wir brauchen Integration auf allen Ebenen (Religionen, Kulturen etc.) Mintze van der Velde erwähnt die NGO ‘End Ecocide on Earth’ und geht auf die oft stille Hintergrundarbeit an der UNO ein. Die Experten von dieser NGO hätten 17 Punkte aufgelistet, welche in den Statuten des ICC (Int. Criminal Court) aufgenommen werden sollten und händigten diese Ban Ki Moon 2015 am COP21 aus. Bisher wurde der Vorschlag jedoch noch nicht angenommen.

Können wir den Wandel erreichen? Schaffen wir die Umsetzung der 17 SDGs bis 2030?

Die Antwort lautet: Ja, mit der enormen Kraft von ‘Goodwill – love in action’!

May East von Gaia Education machte auf die Notwendigkeit aufmerksam, neues Bewusstsein zu entwickeln und Menschen darin zu unterstützen, damit wir eine Gesellschaft erlangen die für die Regeneration statt Degeneration geht. JETZT! – Das Wissen darüber die SDGs und die damit verbundenen Aufgaben zu verstehen sowie deren Anwendung für die eigenen Projekte sei enorm wichtig. Das SDGs-Training ist für ’Multipliers’ ausgerichtet, die genau dies weitergeben, sodass die lokale Bevölkerung als Grundstein globaler Veränderung, mit den SDGs arbeiten kann. Zudem weisst May East darauf hin, dass es unerlässlich sei eine gerechtere Verteilung von Ressourcen durch ein gutes Zusammenwirken lokal und global anzustreben.

René Longet aus Genf macht darauf aufmerksam, dass die Politiker und UNO die Umsetzung der SDGs nicht genug ernst nehmen. «The whole of economy must be devoted to serve human and also other living beings” (R. Passet) – Longet spricht an, dass bereits am Earth Summit 1992 unterschrieben wurde, dass man sich für Biodiversität und gegen den Klimawandel einsetzte. 2000 wurden bereits 8 SDGs bestimmt, welche 2015 hätten erreicht werden sollen, 2002 wurde in Johannisburg für einen radikalen Wandel plädiert und schlussendlich wurden 2012 in Rio die 17 SDGs als gemeinsames Ziel der UNO-Staten für 2030 gesetzt. Die Umsetzung hingegen sei träge. Auf wirtschaftlicher Basis weisst er darauf hin, dass jährlich rund $ 35’000 Billionen an Gelder für Rauchen, Kriege, organisierte Verbrechen, Korruption, steuerbefreite Mittel, Werbung etc. weltweit verwendet werden. Für die Umsetzung der 17 SDGs würde es insgesamt rund $ 5-7’000 Billionen brauchen. Es geht lediglich um einen ‘Money shift’. Das Geld wäre an und für sich vorhanden.

Die Japaner Takeo Inamura und Takeschi Muranaka haben ein spezielles 2030 SDGs Game entwickelt: ‘imacocollabo’. Darin geht es um das Verständnis der SDGs und die Wichtigkeit diese einzelnen Ziele nicht isoliert zu betrachten, sondern sich bewusst zu werden wie eng sie miteinander verknüpft sind. Möchte man zum Beispiel in einem Land das Bereitstellen einer schulischen Infrastruktur bewirken, damit Kinder zur Schule gehen und lernen können, so hat dies nicht nur mit dem SDG 4 ‘Quality Education’ zu tun, sondern es müsste auch das SDG 1 ‘No Poverty’ einbezogen werden. Es gibt Kinder, die können nicht zur Schule, weil sie arbeiten müssen, damit die Familie genug zu Essen hat!

Vita de Waal geht schliesslich auf Resonanz der ‘living earth’ von der Vergangenheit bis in die Zukunft ein. In nur 40 Jahren habe es die Menschheit geschafft um 60% aller Wildtiere zu reduzieren, ergänzend dazu das Schwinden der Biodiversität und nicht zu vergessen die Verschmutzung der Umwelt. Dabei vergessen wir nicht selten, dass auch wir aus Materie dieser Erde geschaffen seien. Sie geht auf die 5 dreidimensionalen geometrischen Formen ein und zitiert Plato und Pythagoras. Diese 5 geometrischen Formen seien aber bereits vor den beiden bekannt gewesen. So hätten traditionelle Heiler und Schamanen diesen 5 Formen bereits Farben und Elemente (Luft, Wasser, Erde, Feuer und Raum) zugeordnet oder diese als Rad des Lebens dargestellt aus welchem alles Leben entstehe. Sie beschreibt wie Resonanz entsteht und verbindet es mit Bewegung. In 3D sei Wandel die Norm, das Gesetz, aber es gibt eine Ordnung in diesem Gesetz der Wandlung.

Johannes Kepler habe schon im 16. Jahrhundert Töne zu verschiedenen Planeten erkannt. Es wurde bekannt, dass viele heilige Stätten ähnliche Frequenzen aufweisen (meist zwischen 110-112 Hz). So gebe es auch zu den 5 geometrischen Formen einen entsprechenden Ton.

Der Einfluss von Mond und Sonne, von Ebbe und Flut, die Erdverschiebungen, all dies sei bekannt, doch auch hier gebe es zu allem einen Ton – die natürliche Frequenz.

Bekannt sind auch die Ley-lines mit verschiedenen Namen aus verschiedenen Kulturen. Oft wurden heilige Plätze genau auf diesen Linien erstellt und hatten dadurch eine spezielle Qualität. Auch von sogenannten Chakren der Erde ist die Sprache.

Die industrielle Revolution hat die Menschheit stark von der Verbindung zur Natur weggebracht und förderte die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Die tragischen klimatischen Veränderungen und Erwärmung belasten Erwachsene wie Kinder in ihrer Gesundheit. (Krebs, Atemprobleme etc.)

Die indigenen Völker haben uns schon lange gewarnt: «For the fates of both humans and beasts are the same: As one dies, so dies the other – they all have the same breath.»

Wir sind getrennt von einem wichtigen Teil unserer selbst. Unsere Elemente sind nicht mehr in Balance. Zu viel Wind – nach asiatischer Sichtweise. Es braucht Erdung, Verbindung zur Erde. – Wenn Elektrizität nicht geerdet werde, so gebe es einen Kurzschluss. – Wir stehen an einem kritischen Punkt und jeder Mensch müsse aufwachen und sich entscheiden ob sie oder er die Strasse der Destruktion oder der Heilung gehen möchte. Es sei Zeit uns selber bewusst zu heilen und unsere Erde. Mit der Erde in Resonanz zu sein, heisse in Harmonie zu sein. Es sei Zeit ganz zu werden.

Dies ist lediglich ein Ausschnitt dieser beiden Tagen zum Thema SDGs an der UNO und soll eine Essenz davon wiederspiegeln.

Brigitta Spälti, Representative to the UN, brigitta.spaelti@ecovillage.org, www.ecovillage.org