VertreterInnen aus unterschiedlichen Regionen der Welt berichten am GEN-Event vom 28.10.2018 in Zürich von ihren Projekten und den herausfordernden Umständen mit denen sie zu tun haben.

Nach einem Einstieg durch GEN-Suisse und einem kurzen Überblick über das Globale Netzwerk der Ökodörfer, erzählt Jennifer Trujillo, CASA-Latina von der schwierigen politischen Lage in Kolumbien, von den Initiativen von Ökodörfern und vom Südamerikanischen Netzwerk CASA. Eine Gruppe von Menschen machte nach den Erdbeben auch Einsätze in Mexiko und half mit beim Wiederaufbau von Wohnmöglichkeiten für die Betroffenen.


Der Präsident des Afrikanischen Ökodorf Netzwerks, Ousmane A. Pame, bringt den BesucherInnen die Lage in der Sahel-Zone näher. Zwischen Mauretanien und Senegal, wo früher eine üppige Landschaft mit vielen Wildtieren bestand, ist seit Jahren nun trockenes Sahelgebiet. Ein Grossprojekt zur Wiederaufforstung unterstützt die Wiederbelebung dieses Gebiets zu einer grünen fruchtbaren Zone. Dazu müssen die Jungpflanzen eingezäunt werden, damit sie von den weidenden Tieren nicht gefressen werden. Zäune und Wasserzufuhr sind mit hohen Kosten verbunden. Für die Wasserzufuhr braucht es Pumpen und Leitungen, um das Wasser aus dem grossen Fluss zum gewünschten Ort zu leiten. So entstehen auch Permakulturgärten und ermöglichen eine nachhaltige Selbstversorgung. – Die Regierung Senegals hat vor einigen Jahren entschieden 14’000 traditionelle Dörfer in Ökodörfer zu verwandeln. Diesem Beispiel folgen bereits auch andere Regierungen, wie z.B. Burkina Faso.


Aus Asien berichtet Peter Swan. In seinem Gebiet in Myanmar sind religiöse Minderheiten wie Muslime und Christen bedroht. Der grosse Permakultur-Garten, in welchem er arbeitet, dient auch in gewisser Weise zur Friedens- und Vermittlungsarbeit. Ganze Gruppen von ranghöheren buddhistischen Mönchen begutachten den Garten und lernen über Permakultur. Gleichzeitig versucht Peter Swan vermittelnde Friedensarbeit zwischen den Religionen einfliessen zu lassen.


Aida Shibli aus Palästina, wohnhaft in Portugal, rührt die BesucherInnen mit ihrem Bericht noch tiefer. Die Situation in Palästina hat sich für die Bevölkerung verschärft. Im eigenen kleinen Land müssen sie durch eine Vielzahl von Checkpoints der Israeli, um vom Süden in den Norden zu gelangen, was den Besuch von Verwandten in einem anderen Landesteil praktisch verunmöglicht, da dies mit viel Zeit, Stress und hohen Kosten verbunden ist.
Auch junge Menschen sind immer wieder von der Gewalt durch Israeli bedroht, nicht zu reden von der prekären Situation im Gaza-Gebiet, wo es an Grundversorgung mangelt u.a. auch an Wasser und es für die Menschen dort nie klar ist, wann ein nächster Angriff stattfindet.
Versuche von Friedensarbeit zwischen Menschen aus Israel und Palästina, die eigentlich nicht kämpfen wollen, sind gescheitert, da durch die anhaltende Krisensituation ein Vertrauensaufbau auch zwischen wohlgesinnten Menschen der beiden Gebiete praktisch unmöglich ist. Trotz allem gibt es ein Ökodorfprojekt in Palästina, welches sich erfolgreich entwickelt!


Die lebensnahen Berichte bewegten viele BesucherInnen sehr und es wurde ein reger Austausch mit den RepräsentantInnen gesucht.


Global Ecovillage Network GEN-Suisse, Brigitta Spälti, Vereinspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch, www.gen-suisse.ch, www.ecovillage.org