«Wald als Metamorphose von Mensch- und Pflanzengemeinschaften: ganzheitliche, künstlerisch-wissenschaftliche Annäherung an ein Zukunftsthema»

Akademie Freiheit Lebenswerk und UNESCO Chair Nachhaltige Bergentwicklung

23.-28. September, 2022

Hintergrund: Das Thema Wald und Agroforstwirtschaft steht im Zentrum vieler politischer und wissenschaftlicher Debatten und Initiativen. Vielen geht es vor allem ums Geld machen. Sei es über die klassische Vermarktung Holzprodukten, oder den neueren Verkauf von CO2-Emisionszertifikaten. Hinzu kommt, seit September 2021, die Gründung der «Natural Asset Company» (NAC). Sie soll ein neues, börsenkotiertes Anlagevehikel bereitstellen, welches sämtliche ökologischen Dienstleistungen – vor allem auch von Wäldern – in global handelbare Ware umwandeln, um sie dann den Meistbietenden zu verkaufen.

Anderen geht es um die Entwicklung von ganzheitlichen Alternativen zu diesem ökonomistischen und menschenverachtenden Zugängen zum Wald. In Zentrum stehen die Initiativen von waldbasiertem Natur- und Biodiversitätsschutz, bei dem der Erhalt und die Ausdehnung von Waldvegetation eine wichtige Rolle spielen. Bei der ganzheitlichen Agroforstwirtschaft geht es darum, die Waldvegetation so zu gestalten, dass innerhalb der Wachstumsdynamik des Waldes, möglichst viele land-, vieh- und forstwirtschaftlich nutzbare Pflanzen mitwachsen, welche der Ernährung von Menschen und Tieren dienen können.

Herausforderung: Viele ganzheitlich orientierten Initiativen haben nur eine ungenügende, fragmentierte und auf das Materielle fokussierte Kenntnis der Grundgesetze der ganzheitlichen Waldgestaltung. Gründe dafür sind die hyperspezialisierte, disziplinäre Naturwissenschaft, oder einseitig ökonomisch ausgerichtete Praktiken, bei denen soziale Aspekte praktisch keine Rolle spielen. Ganzheitlich heisst hier insbesondere, Kenntnisse über Waldgestaltung zu entwickeln, bei denen der Mensch als Teil – und nicht als aussenstehender Feind der Natur – betrachtet wird. Wege dazu sind die integrale Verbindung von Waldaspekten der Aussenwelt, mit denjenigen der menschlichen Innenwelt. Die inter- und trans-disziplinäre Wissenschaft geht in diese Richtung, ist aber noch weit vom Ziel einer ganzheitlichen Erkenntnis des Wald-Menschzusammenhangs entfernt. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich die Wissenschaft (noch) nicht mit der Kunst verbunden hat, welche den Menschen in seiner Ganzheit von Kopf, Herz und Hand an das Thema heranführen kann.

Ziele und Erkenntnismethoden: Deswegen bieten wir einen Kurs an, welcher ausloten soll, wie der Wald, über eine künstlerische Annäherung, als Metamorphose von Menschen- und Pflanzengemeinschaften erfasst und besser verstanden werden kann. Bei der Gestaltung des Programms orientieren wir uns an den Grundpfeilern der ganzheitlichen Erkenntnismethode von Goethe, wie sie für die Aktualität, z.B. von Brook (2021)[1] zusammengefasst wurde.

Tutoren und Kurssprache: Der Kurs findet unter der Anleitung von Andreas Albert statt. Er ist ein sehr erfahrener Maler aus Dresden, mit viel Erfahrungen in der künstlerischen Annäherung an Bäume und Wald. Ergänzt wird dieser Beitrag mit punktuellen, wissenschaftlichen Beiträgen von Johanna Jacobi, Stephan Rist und den Erfahrungen anderer TeilnehmerInnen. Die Kurssprache ist Deutsch.

Kosten und Teilnahme: Eine Kostenbeteiligung wird in Funktion der individuellen Möglichkeiten vereinbart. Die Teilnahme ist – ausser an das Interesse am Thema – an keine weiteren Bedingungen gebunden.

Der Kurs wird veranstaltet von der Akademie Freiheit Lebenswerk und dem UNESCO Chair für nachhaltige Bergentwicklung (Uni Bern) und wird finanziell von der Hamasil Stiftung unterstützt.

Datum und Ort: Der Kurs findet statt: vom 23.-28. September, 2022, in Amden (St.Gallen, ob dem Walensee), Schweiz.

Wer teilnehmen möchte, oder Fragen hat, soll sich möglichst bald an sterist@bluewin.ch wenden.

[1] BROOK, I. 2021. Engaging in the Goethean Method: An Approach for Understanding the Farm? Subtle Agroecologies: Farming With the Hidden Half of Nature. CRC Press.