22. November 12:00 – 12:45 Uhr, Maison de la Paix – Genf

Empfang: Anna-Lena Kutscher (DACF)

NATO Secretary General’s Special Representative for Women, Peace and Security (WPS).

Der kleine Kreis von NGO VertreterInnen bekommt die Gelegenheit Clare Hutchinson persönlich kennenzulernen und offen Fragen zu stellen und zu diskutieren. Der Flug direkt von Brüssel hatte Verspätung. Darum kommt Clare etwas verspätet an.

Ich schätze Clare auf etwa Mitte Vierziger, sie trägt ihr Haar rot gefärbt und bringt sich von Anfang an offen, scharmant und humorvoll ein.

Zu Beginn erzählt sie etwas zu ihrer Person (Britisch, Canadien)

Während der 15 Jahren Friedensarbeit (Master International Relations) bei der UN war sie der UN genenüber kritisch. Nun arbeitet sie für die Nato und will sie von Innen ändern, was ihr einfacher scheint als von aussen. Sie möchte mit ihren hohen Prinzipien von Innen her wirken. Die Nato ist auch wie die UNO zu „Männer“ dominiert. Sie möchte Patirarchat verändern und die Frauenstimmen einbringen. Frauen müssen nicht schön sein, sondern ihre Stimmen sollen eingebracht werden. Clare möchte die Stimmen vom Ground her hören und diese einzubringen, sie möchte zudem die Diversität einbringen an Farben, Nationen, Angliegen und damit auch die Stimme der Frauen und der Zivilgesellschaft. Beziehungsweise NGO’s (Nichtregierungsorganisationen)

Die Nato besteht heute aus 29 Nationen und weiteren Staatspartnern wie beispielsweise die Schweiz. Einige Nationen unterstützen bereits ihr Genderanliegen. Allerdings sieht Clare noch viele Lobby- beziehungweise Aufbauarbeit. Es sei für sie nicht einfach ein JOB, sondern sie sei optimistisch und mache ihre Aufgabe mit grosser Liebe und persönlichem Engagement.

Frage von Madeleine Rees: Was könnten wir alle tun um dich Clare Hutchinson zu unterstützen? Wie wirst du dich einbringen? Was wird der Impact sein?

  • Bis heute hat sie keine Angestellten für diese wichtige Agenda. Sie kämpft aber darum und eine Stelle stehe bereits in Aussicht. Sie will jemand, die Gender Erfahrung mitbringt.
  • Sie brauche unbedingt Unterstützung von anderen Organisationen für die Gender Thematik. Im Sinne des Vergleichs, könne sie keine Äpfel kaufen, wenn der Kauf von Orangen vorgesehen wurde, sie brauche die Zielsetzung für die Gender Thematik auf die Agenda zu bringen.
  • Sie will eine Gender Analyse einbringen und wird es langsam herunterbrechen müssen. Dabei habe sie 8 Unterziele (Devisions).
  • Task Force: Normalerweise schickt die NATO Personen in eine Kriese ohne Entscheidungskraft. Das möchte sie ändern, Führerpersonen mit Entscheidungskraft sollen den Task Force übernehmen.
  • Die NATO benötigen unbedingt ein Training (Mentoring & Trainingprogramm 6 Month 1 Tag/Monat, Gender Kommunikation, Sexuelle, ….). Organisationen die etwas anbieten können, können sich bei ihr Melden
  • UN, EU, Nato (einzige Organisation ohne Policy) , January 13./14. London Meeting zu Gender (Sexual Violance, Frauen sollen sagen, warum diese Themen wichtig sind für die männlich orientierte Organisation)
  • Cyper Defence: SPS Sience for Peace Projekt – 90 tausend Dollar für Friedensstudien (Webseite 2x pro Jahr)
  • Get Money from Nato für Projekt, sind aber normalersweise an Softagenda, die Agendas wichtigen Agendas müssen Gendergerecht finanziell unterstützt werden
  • Die Nato hat diverse junge internationale Mitglieder wie Irak, Afganistan, etc.) Die Nationen müssen vorschlagen, dass Civil Organisationen teilnehmen an Meetings. In der Nato gibts 10 Woman Ambassadors.

Ein Vertrag mit Taliban wurde in letzter Minute durch ein Veto verunmöglicht. Die Nato ist mit allen Nationen im Kontakt. Bald wird Clare in Island etwas zu „War & Technologie“ sagen.

Frage wie sich die Kultur verändern soll

Laut Clare fehlen eindeutig Experten in der Genderagenda. Heute geben sogenannte Experten Beratung in den Entscheidungen, wo aber die Qualität fehlt! Darum möchte sie ein Mentoring & Training einführen. Ein Training allein verändert aber noch nichts. Sie möchte ein Training am Fokus und wie sie diesen Fokus auch in ihre Arbeitsstrukturen einbringen können.

Sie will die Menschen am EGO packen und ihnen aufzeigen wie sie selber gut dastehen, wenn sie das  Mandat zur Genderagenda aufnehmen. Wenn wir genügend Frauen in Organistionen haben, braucht es keine Gender Expertise mehr 🙂

Die Diskussion um Frauen beziehungsweise um die Zivilgesellschaft kann Veränderung bringen für uns alle. 

Priorität liegt für sie bei den Nationen, vermehrt Partnerschaften ausserhalb der Nato einzugehen wie zum Beispiel Georgien oder die Schweiz. 23 Nationen haben bereits Genderziele wie z.B. Ukraine, Columbia, Weniger priviligierte Regionen sind im Fokus

Frage zu Irak

Trainings im Militär zu Leadership. Wie sieht das in Irak aus?

Clare möchte unbedingt mit UN und EU zusammenarbeiten.

Es ist ganz neu da mit Frauen am runden Tisch zu sitzen bezüglich aktuellen Themen (Dialog on the Ground). Sie wird bald ein Treffen haben mit Experten der UN und EU.

Sie freut sich über Ideen von uns.

Frage von Anna Hess, Center for Security Studies, ETH

Frauen werden oft in die Struktur der Männer gedrängt. Wie kann diese Situation verändert werden?

Frauen soll frei sein und die Erlaubnis dazu haben, frei zu sein, in allem was sie machen möchten. Übrigens sei eine der ersten lebenden Bomben eine Frau gewesen.

Frauen sollen auch in die Armee um z.B. an Checkpoints, damit Gendergerecht Frauen durchsucht werden können usw.

Fragen von René Hirschi, Global Ecovillage Network – Suisse

Die fünf Nationen USA, China, Russland, Frankreich und England bilden den permanenten Sicherheitsrat (UNSC) zusammen mit sechs anderen wechselnden Nationen der insgesamt 193 UNO Mitgliedern. Die Tatsache, dass die permanenten Mitglieder zu jedem UN Beschluss ein Veto einlegen können untergräbt die Friedensbemühungen der UNO.

Die Frage lautet ob Clare sich vorstellen kann, dass diese Situation sich ändern wird, was sie verneint.

Die NATO begann 1949 als einen Angriffspakt mit 10 Nationen. Heute sind es 29 Nationen mit ähnlichen Werten. Hinzugekommen ist heute die Absicht die Demokratie weiter aufzubauen und für eine freie Marktwirtschaft zu sorgen. Neben der USA und Kanada sind die Mitglieder ausschliesslich europäische Nationen.

Die UNO scheint der Macht der NATO zu unterliegen respektive den permanenten Mitgliedern des Sicherheitsrates. Als Beispiel begann die USA verschiedene Kriege nach 9/11 ohne die Erlaubnis der UNO. Es ist niemand da, welche die USA zur Rechenschaft zieht. Zu gross sind wohl die Konsequenzen. Die USA ist eines der mächtigsten Mitglieder der NATO.

Zur Frage ob sie eine Chance sieht, dass die NATO die Macht der UNO abgibt, damit dies voll in ihre Funktion gehen kann, verneint sie auch. Sie meint, dass die mächtigen Nationen wohl nicht freiwillig ihre Macht abgeben wollen.

Meine letzte Fage ist, wie sieht die Vision der Frauen aus. Wie die der Männer aussieht kennen wir ja bis heute, wie sieht die Welt aus, wenn die Frauen an der Macht sind.

Clare bringt ein, dass Frauen nicht nur friedlich sind. Als Beispiel nennt sie die Primeministerin von England Margaret Hilda Thatcher, the Iron Lady. Es brauche klar beide Geschlechter.

Bericht René Hirsch, Global Ecovillage Network – Suisse