Wie können die SDGs finanziert werden? – Parallelwährung als Lösung?

Wie können die SDGs finanziert werden? – Parallelwährung als Lösung?

Seit vielen Jahren bereits setzen wir in GEN, aber auch andere Grassrootbewegungen im Nachhaltigkeitsbereich, viele Aufgaben der SDGs bereits um. Was fehlt ist der ‘Money-shift’, also der Geldtransfer in diese Richtung. Genau um diese Thematik ging es bei der Veranstaltung ‘Money and Sustainability’ am 31.10.2019 im Kulturpark Zürich.

Christian Gelleri, Daniel Meier, Dr. Prof. Stefan Brunnhuber,
Uwe Burka, Jens Martignoni (v. links n. rechts)

Es gibt 17 SDGs, die in einem langwierigen Prozess durch 180 Staaten anerkannt und zum teil ratifiziert wurden. Was bis heute fehlt ist das ‘18’ SDG in welchem definiert wird wie und von wo das Geld beschaffen werden kann zur Umsetzung der 17 SDGs.

Jens Martignoni, Ökonom und Währungsforscher, der Initiator und Moderator des Anlasses, hat sich selber in seiner Forschungsarbeit bereits intensiv mit Parallelwährungen und dem ‘SDG 18’ auseinander gesetzt und darüber ein Buch verfasst.

Es fanden drei Referate mit anschliessenden erweiterten Workshops statt.

Gemäss Prof. Dr. Stefan Brunnhuber, World Academy of Science and Art, bräuchte es jährlich rund 5 Billionen Dollar, um die SDGs mit den vorgegebenen Aufgaben umzusetzen bis 2030. Erstaunlich, dass es bisher noch keinen Finanzierungsvorschlag gibt. Gemeinsam mit der World Academy of Science and Art hat er ein Modell entwickelt, wie diese Finanzierung innerhalb von geringer Zeit gedeckt werden könnte.

Christian Gelleri, Gründer der Chiemgauer Regionalwährung, plädiert für eine Demokratisierung des Geldes zur Förderung des Gemeinwohls. Das Prinzip des Chiemgauers kommt dem sehr nahe und hat auch langfristige Erfolge gezeigt. Ein Dorn im Ganzen sei, dass die Steuern nicht mit derselben Währung bezahlt werden könne, dies ergebe einen Verlust im Regionalen Währungskreislauf.

Will Ruddick, Economic development specialist, hat in Nairobi und Kenya ein komplexes Parallelwährungssystem aufgebaut (Community currency Programm) als ein Modell für nachhaltige Entwicklung. Es gelinge teilweise sogar, dass auch der Staat daran interessiert sei, weil eine Parallelwährung (auch von den anderen Referenten bestätigt) das Finanzsystem eines Landes stabilisieren könne und die Not und Arbeitslosigkeit durch dieses System reduziert werden könne.

Ergänzende Workshop-LeiterInnen:

Anna Löscher von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe ‘Nachhaltiges Geld’, nahm die Thematik der strukturellen Entwicklungshemmnisse in der Entwicklungspolitik auf.  Sie geht auf den Ursprung, Folgen und Lösungen der Devisenabhängigkeit ein. Wie soll Entwicklungshilfe nachhaltig sein, wenn die Länder, die am meisten Spenden, letztlich die grösste Ursache des Elends in Entwicklungsländern sind!?

Daniel Meier, Experte für Nachhaltigkeit und Währungen in marginalisierten Ländern, vertieft in die Thematik von Parallelwährungen in marginalisierten Regionen, dezentrale Liquidität für SDGs und Klimawandel-Massnahmen. Er nahm Bezug auf das Referat resp. Projekt von Will Ruddick.

In den Workshops wurden die Inhalte der Referate und der Workshopleitungen jeweils intensiv anhand einer ‘Roadmap’ diskutiert und auch sehr kritisch beleuchtet und hinterfragt.

So ging es z.B. beim Modell zur Finanzierung der SDGs von rund 5 Billionen Dollar pro Jahr, um die Fragen, wie sicher denn eine solche Blockchain wirklich sei; wer entscheidet, wohin das Geld gehe und ob Korruption wirklich ausgeschlossen werden könne.

Stefan Brunnhuber und ein Spezialist in Bezug auf Blockains waren überzeugt, dass dies einer der sichersten Wege ist, um Geld an den Richtigen Ort zu lenken, da alles nachzuverfolgen sei und bestimmt werden könne, resp. eingeschränkt werden könne zu welchem Zweck, in welchem Ort und für was genau, das Geld ausgegeben werden könne. – Entscheidungs- und Kontrollinstanz könne zum Beispiel ein Gremium der UN sein.

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Am Abend fand ein öffentlicher Anlass mit 3 Referaten und einer Podiumsdiskussion zum Thema ‘Nachhaltiges Geld für eine nachhaltige Zukunft’ statt.

Prof. Dr. Stefan Brunnhuber, Prof. für Psychologie und Nachhaltigkeit, erklärte die offene Finanzierungssituation der SGDs und sein Lösungsmodell nochmals vertiefter. Er zeigt auch auf, dass für finanzielle Transaktionen 150 Mia. und für finanzielle Anlagen 240 Mia. jährliche Kosten anfallen. Nur schon dieses Geld könnte nachhaltiger investiert resp. umverteilt werden. Aktuell könne rund 1/3 der SDG-Kosten aus der Privatwirtschaft gedeckt werden. 2/3 jedoch betreffe globale Probleme und Themen (z.B. Armut und Hunger auf der Welt).

Die Idee einer Blockchain als Parallelwährung basiere u.a. auch darauf, dass die UN unzählige Entwicklungsgelder durch Korruption in den jeweiligen Ländern verliert. Eine Parallelwährung in Form einer Blockchain sei sicherer und stabilisiere zudem das monetäre System wie ein Fahrrad mit zwei statt nur einem Rad.

Er geht noch weiter und spricht vom TAO of Finance-Initiative (WAAS), welches jenseits von Stagnation und Instabilität funktioniere und die männlichen wie auch weiblichen Aspekte beinhalte.

Claudio Gisler, Mitglied der Geschäftsleitung WIR, zeigte auf, wie das WIR-System funktioniert und weshalb es immer noch erfolgreich ist. Ein Punkt war auch hier, dass es eine stabilisierende Wirkung auf das Schweizer Finanzsystem habe. Finanziert sei das System durch Kundengelder. WIR werde durch Kredite geschöpft und bei Auflösung auch wieder gelöscht. WIR wurde durch Probleme bei den KMUs 1934 als eine Art Selbsthilfe gegründet, die sich so gegenseitig mit Aufträgen versorgten, verrechneten und eine gegenseitige Solidarität aufbauten. Auf dem WIR gibt es keine Zinsen. Respektive der Kreditzins ist tiefer als bei der Nationalbank. Als Startmöglichkeit, braucht es einen Negativzins! Die KMUs hätten Wettbewerbsvorteile, ‘Heimatschutz’, Struktursicherung und könnten Arbeitsplätze schützen.

Nachhaltigkeit im ökologischen Bereich: Dies sei so im WIR zur Zeit nicht vorgesehen. Sie seien aber am Überlegen eine zusätzliche Währung, einen Green-Coin zu kreieren.

Domagoj Arapovic, Senior Economist der Raiffeisenbank, umschreibt, wie herkömmliche Banksysteme die Nachhaltigkeit finanzieren oder unterstützen wollen.

Er geht davon aus, dass ohne stabilen Finanzsektor, auch keine nachhaltige Wirtschaft funktioniere.

Die Globalisierung habe vielen aus der Armut verholfen, starkes Wirtschaftswachstum, jedoch noch höheres Finanzmarktwachstum! (Börsen freie Derivatgeschäfte). Negativ sei jedoch, das die Ungleichheit und Umweltverschmutzung damit auch steige. Es gäbe mehr Krisen an den Finanzmärkten und Staaten gehen bankrott, Schuldenberge steigen. Es finde eine Abkoppelung der Realwirtschaft und des Finanzsektors statt. Der Finanzsektor unterliegt hohen Schwankungen.

Es fehle eine konkrete Hinterfragung des aktuellen Finanzsystems und es brauche mehr Forschung dazu.

Eine Parallelwährung erhöhe die Komplexität und verringere die Effizienz, könnte jedoch zu mehr Stabilität führen. Wenn diese jedoch nur für nachhaltige Projekte eingesetzt würden, wäre die stabilisierende Wirkung jedoch fragwürdig.

Die Nachfrage der Kunden in Bezug auf Investitionen in Nachhaltigkeitsprojekte sei steigend, doch die Kreditvergabe sei noch nicht dem Bedarf entsprechend. Es brauche alle dazu, um das Finanzsystem in eine nachhaltige Richtung zu bringen.

Podiumsdiskussion:

Spannend war, dass alle eine Parallelwährung grundsätzlich begrüssen. Von Bankseite her wurde dies jedoch als staatliche Vorgabe empfohlen, da die Banken kaum freiwillig mitmachen würden.

Der WIR hätte bereits bewiesen, dass eine Parallelwährung stabilisierend auf ein Finanzsystem wirken könne. Jedoch fehlt die Nachhaltigkeit.

Grundsätzlich sei es einfach, ‘technologisch gesehen’, auf zwei Finanzsystemen zu fahren. Beim Zahlen könne man jeweils entscheiden, ob man den grünen Button (für nachhaltiges Einkaufen) oder den grauen Button (für das klassische Einkaufen) drücken wolle.

Damit ein solches System schnell skaliert, müsste es über den Staat resp. die Zentralbank eingeführt werden.

Falls wir keinen neuen Mechanismus einsetzen, würden die Kosten, gemäss Stefan Brunnhuber für den Norden exponentiell steigen in den nächsten Jahren.

Spannend ist, dass vor vielen Jahren (18.-19.Jh) mit zwei Geldsystemen gearbeitet wurde. Eines für die lokalen Geschäfte und eines für Interaktionen mit anderen Ländern!!

Parallelwährungen sollen jedoch nicht auf Idealismus und Ideologie aufgebaut werden, sondern sollen gut durchdacht und mit bestehenden Parallelwährungssystemen abgeglichen werden, damit sie langfristig funktionieren und etwas bewegen können.

Ziel wäre es, dass langfristig Steuern auch mit Parallelwährungen bezahlt werden könnten. Erst dann funktioniere der gesamte Kreislauf einer Parallelwährung.

Susanna Fassbind hat die Währung als Zeit ohne Sicherung durch Geld (KISS) erfunden, welche Sozial- und Gesundheitskosten toppen könne. (Time-Dollarsystem als Kreissystem)

Bücher:

 «Zeit für Dich – Zeit für mich», Susanna Fassbind, rüffer&rub Visionäre

«Das Geld neu erfinden», Jens Martignoni, Versus – Verlag

«Jeder kann die Zukunft mitgestalten», Uwe Burka, ILV

Bericht:

Wege aus der Wachstumsfalle!», Uwe Burka, Puidoux

Links:

Money and Sustainability, Club of Rome:

http://www.socioeco.org/bdf_fiche-publication-422_en.html

“A mechanism that can change the world”, TEDxDresden, Prof. Dr. Stefan Brunnhuber:

Chiemgauer Regionalwährung, Christian Gelleri:

https://www.chiemgauer.info/startseite/?no_cache=1

Economic community-currency Kenya, Will Ruddick:

https://www.grassrootseconomics.org/community-currencies

Global Ecovillage Network, Brigitta Spälti, Vorstand GEN-Suisse, UN-Representative, brigitta.spaelti@ecovillage.org

GEN-Europe Conference in Bagnaia Italy, 14.-17. Juli 2019

GEN-Europe Conference in Bagnaia Italy, 14.-17. Juli 2019

«If you knew she could feel, you would stop!»

Wenn Du wüsstest, dass sie (Mutter Erde) fühlen kann, würdest Du aufhören (ihr dies anzutun)!

Bereits ist sie vorbei die GEN-Conference des Sommers 2019, dieses bunte, inspirierende, berührende Event des europäischen Netzwerks der Ökogemeinschaften. Die Comune di Bagnaia in der Toscana (seit 1969), hat es geschafft als Gastgeberin eine einfache, sinnvolle und praktische Infrastruktur vorzubereiten für knapp 600 Menschen aus der ganzen Welt! Bravissimo!

Alle zu versorgen mit Essen, sanitären Anlagen, Trinkwasser und genug Platz für Zelte und Schattenplätze, was für eine grosse Arbeit steht dahinter! Die Organisatoren von GEN – Europe haben suverän durch die Tage geführt. Die Struktur der Tage war sinnvoll und angenehm. Am Morgen Plenum, dann Workshops, Pause und Mittagessen, dann Homegroups und Workshops, Pause und Nachtessen und natürlich Abendprogramm mit Musik und Tanz. Das Leben feiern. – Die Sonne brannte heiss tagsüber, sodass die kurzen Regenschauer eine willkommene Abkühlung waren.

Vor der Conference fand die GV von GEN-Europe statt. Leider werden Matthias (Buchhalter) und Thomas (Finacial Manager) ihre Arbeit auf nächstes Jahr abgeben. Auch Genny (Generalsekretärin), deutete an, dass sie zurücktreten wird. Sie waren alle sehr engagiert und committet mit GEN-Europe. Genny war und ist noch die Seele von GEN-Europe. Ihre enorme Leistung trotz visueller Beeinträchtigung ist einfach genial und verdient grossen Respekt.

Während der GV gab es eine Überarbeitung des Mitgliederreglements und der Statuten. Zudem war die Frage betreffend ‘Office-Move’ ein grosses Thema, zu welchem letztlich eine Arbeitsgruppe gegründet wurde, da es zu beiden Varianten viele Vor- und Nachteile gibt.

Die ‘Governance’-Gruppe hat ein neues Modell für die Arbeits- und Ressortaufteilung in GEN-Europe vorgestellt, welches als Pilotversuch begrüsst und angenommen wurde.

Während den Conference-Tagen gab es zweimal am Tag die Möglichkeit aus vielen Workshops, welche an einer Infotafel vorgestellt waren, auszuwählen. Viele interessante Themen. Über 26 Nationen waren vertreten und viele Ecovillagi aus Europa haben sich am 1. Tag, vorgestellt, dem ‘General day’, wo es darum ging, sich anzunähern, auszutauschen, einzustimmen, Infos und Überblick zu erhalten. Auch die verschiedenen Regionen von GEN berichteten und ein Podium mit Albert Bates, Meriline Hamilton und Peter Harper fand statt. Über diese Tage trafen sich verschiedene Arbeitsgruppen zwischen den Programmteilen, um wiedermal real (nicht nur online) miteinder zu wirken.

Jeder Tag wurde kreativ bildlich erfasst und die wichtigsten Inhalte so ersichtlich gemacht.

Der 2. Tag stand unter dem Thema ‘Peace’. Wo in der weiten Welt sind welche Friedens-Projekte am Laufen, wer ist involviert? Menschen aus Israel, Palästina, Kamerun, Sri Lanka und der Türkei berichteten von der Situation in ihren Ländern. Dies war sehr berührend und machte einmal mehr bewusst, wie privilegiert wir in der Schweiz sind. – Dazwischen zarte Musik, um die Gedanken zu sortieren und etwas Ruhe in alles zu flechten.

Inchi und Ali berichteten wie sich die Situation in der Türkei immer mehr verschärft. Die diktatorischen Verhältnisse lasse nur noch wenig Spielraum, sodass auch sie mittlerweilen gefährdet sind, da sie Solidarität mit hungerstreikenden Kurden zeigten.

Kamerun ist in einem Kriegszustand, die Bevölkerung leidet und ist enorm verunsichert und teilweise in lebensbedrohlichen Situationen. Für Sonita, NextGEN Kamerun, eine enorme Herausforderung. – Sie hat das Privileg, zur Zeit in Tamera etwas aufzutanken, um dann wieder für ihr Projekt und die Menschen in Kamerun die Kraft zu haben und weiter zu wirken.

Nachmittags stellten die zwei Peaceworker von Palästina und Israel ihre Modell vor, wie sie mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeiten und eine Annäherung ermöglichen. Eine sehr sensible Arbeit, die viel Wissen und Erfahrung in diesen Themen benötigt. Zudem wird diese Friedensarbeit durch jegliche Eingriffe von der einen oder anderen Seite immer wieder ins Wanken gebracht. Insgesamt jedoch bleibt grosse Achtung für diese Menschen und die trotz allem erfolgreiche Arbeit.

Der 3. Tag stand unter dem Thema ‘Ökologie’. Alle möglichen Themen zu Teilbereichen der Ökologie wurden in den Workshops bearbeitet. Transitiontown, Gemeinschaft mit der Erde, Wind, Sonne, Wasser, Autarkie, ‘how love and sex are political’, Fussabruck der Ökodörfer, etc. – Italien hat übrigens schon seit längerem keine Atomkraftwerke mehr!

Zu Vollmond wurden Frauenkreise initiiert und am Abend ein Fest zu Ehren der Mondin gefeiert. Ein Kreis mit mehreren hundert Leuten, singend, tanzend und schweigend.

Das Thema des 4. und letzten Tages war ‘Soziale Gerechtigkeit’. Die Erde mit allen Lebewesen teilen und wie Ökodörfer Beispiel und Teil dieser Zukunft sind. Solidarische Landwirtschaft, Food Kooperativen, Permakultur, Migration, die Geschichte von der altenativen Gemeinschaft Christiania in DK, und vieles mehr waren an diesem Tag Thema.

Koyote, Schamane aus Mexico, erzählte wie sie lange Zeit eine Art nomadischer Theater-Schul-Community waren und so in verschiedenen Ländern mit verschiedenen ‘Tribes’ zusammen wohnten und später die Rainbow-Bewegung mitgründeten. 1982 gründeten sie die erste Gemeinschaft und später tourten sie mit einer Karavane von 70 Bussen und 400 Menschen während 9 Jahren durch Südamerika, gingen zu Favelas und bauten das Peacevillage auf. 2003 gab es einen grossen Event auf dem Machu Picchu, Peru mit VertreterInnen aus allen Kontinenten und ca. 1200 Personen. Später brachte er sein Modell ‘Peacevillage’ in die Stadt Mexico und seit 2013 steht er für ‘Rights of Mother Earth’ ein. Letztes Jahr fand das Earth-Rights-Festival in Kuba statt und dieses Jahr in Chile in Verbindung mit COP25. – Am Abend ein gemeinsamer feierlicher Schluss, Musik und diverse Festivitäten.

Christine: «Ich fühlte mich nach diesen Tagen reich beschenkt und freute mich an den vielen neuen Bekanntschaften und berührenden Begegnungen mit so vielem Brüdern und Schwestern der Weltfamilie.»

Brigitta: «Jedes Jahr vertieft sich die Verbindung zur Weltgemeinschaft, jedes Jahr berühren die Bericht mehr aus all den Gebieten, denn es sind keine unbekannten Menschen mehr, es sind Bekannte, gute Freunde, liebgewordene Menschen, die betroffen sind. Ich bin dankbar für diese Gemeinschaft und dafür, dass wir an diesen Anlässen, den Puls der Erde immer wieder so deutlich spüren und erleben dürfen.»

Die nächste GEN-Europe Conference findet vom 27.-30. Juli 2020 in der Nature-Community in Deutschland statt.

Christine Morgenthaler und Brigitta Spälti, Vorstand GEN-Suisse

info@gen-suisse.ch

28.7.2019

ECOLISE – GA 2019, Kroatien

ECOLISE – GA 2019, Kroatien

Zwischen dem 7. und 11. April 2019 fand der GV-Anlass von ECOLISE statt. Rund 35 Teilnehmende aus ganz Europa und etwa 15-20 Online Participants waren dabei.

Teilnehmende an der GV von ECOLISE 2019 mit Online-Participants

Priorität wurde an dieser GV den ganzen Online-Möglichkeiten gegeben, sodass Leute, denen es nicht möglich war vor Ort zu sein, trotzdem jeden Tag u.a. auch in Arbeitsgruppen mitwirken konnten

Das interessante Projekt des ‘Centar Marijapoli Faro’ in Krizevci, wo die GV stattfand, wurde vorgestellt. Viele Mitglieder vom Ort selbst und Externe u.a. von Transition Zagreb hielten wunderbar den Rahmen im Hintergrund, sodass wir uns voll auf die Arbeit von ECOLISE konzentrieren konnten.

Dieses Jahr ging es inhaltlich um abschliessende Arbeiten zur neuen Strategie von ECOLISE. In Arbeitsgruppen wurde an einzelnen Punkten gefeilt und diese letztlich in der grossen Runde abgesegnet.

Zusätzlich gab es grosse Neuwahlen im Vorstand. Als Vorbereitung fand eine Aufstellungsarbeit statt zum Motto: ‘Wir sind alle in einem Boot’ – ‘Aber wo ist unser Platz’. Dies führte zu einem konstruktiven und öffnenden Prozess. Dies führte u.a. auch dazu, dass bei den Wahlen auf eine möglichst gleichwertige Verteilung von Frauen und Männern im Vorstand geachtet wurde. Zudem wurde ein Gender gerechtes Co-Präsidium gewählt. Mit Fran Withlock und Davie Philip ist die Weiterführung von ECOLISE gewährleistet sowie Innovation und Professionalität in einem Boot.

Insgesamt wurden 11 Vorstandsmitglieder gewählt und mit einem Ritual, angeleitet von Brigitta Spälti von GEN-Suisse, empowered, nachdem der alte Vorstand verdankt und verabschiedet wurde!

Viel Arbeit hatte jedoch auch das Arbeitsteam von ECOLISE geleistet mit Generalsekretär Eamon O’Hara.

Staffmembers of ECOLISE

Ein Highlight ist der erste Status-Report von ECOLISE «Reshaping the future», der im Mai 2019 definitiv veröffentlicht wird. Folgend der Link zur Zusammenfassung.

https://www.ecolise.eu/wp-content/uploads/2016/02/Executive-Summary-Status-Report-on-Community-led-Action-on-Sustainability-and-Climate-Change-in-Europe-2019-.pdf

Die FacilitatorInnen machten einen wunderbaren Job und führten mit verschiedenen Tools durch die ganzen Tage. Abwechselnd zwischen Plenum, Austausch in Kleingruppen und Workinggroups, zwischen Spiel und Fokus sowie zwischen der Möglichkeit draussen und drinnen zu verweilen.

In den Arbeitsgruppen wurde intensiv und vertieft an spezifischen Themen gearbeitet u.a. zur Strategie oder auch zum Thema ‘Advocacy and Policy’ von ECOLISE

Eine externe Beobachterin und Unternehmerin gab zum Schluss Feedback, wie sie den gesamten Anlass inhaltlich, organisatorisch, atmosphärisch erlebte und hinterliess einige wertvolle Empfehlungen für kommende Anlässe von ECOLISE.

Brigitta Spälti, Delegierte von GEN-Suisse brigitta.spaelti@gen-suisse.ch           

SummerCamp Konferenz 2019

SummerCamp Konferenz 2019

Gemeinschaftsprojekte als gelebte Antwort auf die globalen Herausforderungen. Überall in der Schweiz gibt es Menschen, die sich täglich für einen positiven Wandel einsetzen. Es existieren unzählige Grassroot-Projekte. Diese ladet GEN-Suisse ein, sich am Summer Camp zu präsentieren.

Vom 31.Juli 16:00 Uhr – 4. August 14:00 Uhr leben verschiedene Gemeinschaften, Wandel-Projekte und alle Interessierten zusammen im Herzfeld Sennrüti und haben je nach Bedarf Zeit, sich auszutauschen, zu kochen, ums Feuer zu sitzen, zu musizieren, an Workshops teilzunehmen sowie spannende Vorträge zu geniessen.

Zusammen finden wir neue Wege für das Wohl dieses Planeten und der ganzen Menschheit. Nach diesen richten wir uns aus. In entspannter Atmospähre und mit feinem biologischem Essen machen wir uns neugierig und spielerisch auf den Weg.

Das Programm beinhaltet genügend Zeit im OpenSpace Format mit täglichen Inspirationsvortrag und einem allabendlichen Forum. Abgerundet mit Tanz, Impro-Theater, Open-Mic, VillageNews und Sinnieren am Feuer.

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Hier gehts zur Anmeldung: https://doodle.com/poll/qtkbfnzbasd3tfie

Die Location Herzfeld Sennrüti liegt in der Ostschweiz am Rande des Toggenburg’s unweit von St. Gallen. www.sennrueti.ch

Konferenzgebühr
Einmalige Konferenzgebühr Fr. 50.- unabhängig von der Aufenthaltsdauer.

Essen
Biologisches Essen pro Tag Fr. 35.-. Kinder die Hälfte. 

Auto
Guter ÖV Anschluss vorhanden, bitte ohne Auto kommen.  

Übernachtung
Die Übernachtung im Grosszelt/Massenlager mit Mätteli und Schlafsack Fr. 10.-, Mehrbettzimmer 25.-, im Doppelzimmer 40.- und im Einzelzimmer Fr. 50.-. Zeltplatz gibt es dieses Jahr nicht.

Falls du nicht im Grosszelt/Massenlager übernachten willst, kannst du ein Bett oder Zimmer buchen auf bnb@oekodorf.ch

BITTE MITBRINGEN
Für Grosszelt/Massenlager Schlafmatte & Schlafsack
Vision, Projektidee, Musikinstrument, …
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Mit Freude begrüssen wir erneut Holon, das Netzwerk für Integrale Entwicklung, die die SummerCamp Konferenz mit einem Workshop und ihrer Präsenz bereichern werden.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen, Beiträge und viel Magie!

Mit vorfreudigen Grüssen des ganzen Koordinationsteams des GEN-Suisse Netzwerks.

Internationale Klimakonferenz COP24 Katowice, 2.-14.12.2018

Internationale Klimakonferenz COP24 Katowice, 2.-14.12.2018

Eine unglaubliche Vielfalt an NGOs, die sich für einen positiven Klimawandel einsetzen, versammelt sich jedes Jahr am COP. Politische VertreterInnen aus jeder Region finden sich dort ein. Aus der Schweiz waren dieses Jahr u.a. Bundesrätin Doris Leuthard und Bundespräsident Alain Berset vertreten. Als positive Folge erhöht die Schweiz den Betrag für Klimaschutz um 120 Mio. Dollar! Zusätzlich sollen die Emissionen bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden!


Ein weiteres Highlight am diesjährigen COP war die Präsenz von Bertrand Piccard – bekannt durch seinen Flug um die Welt mit dem Solarflugzeug – als Moderator bei den UN Climate Action Awards.


GEN war dieses Jahr sehr breit vertreten. Einerseits durch je einen Stand von GEN-Europa und GEN-International, andrerseits durch die Präsenz an diversen Side-Events. Das Interesse an GEN war erneut sehr gross und es wurden viele Dialoge geführt mit Politikern aus aller Welt für konkrete Kooperationen mit GEN. Auch diverse NGOs sind interessiert an einer Zusammenarbeit.


ECOLISE war ebenfalls mit einem Stand am COP24 vertreten und nahm an diversen Side-Events teil. Auch auf dieser Ebene fanden fruchtbare Kontakte und Gespräch u.a. mit EU-VertreterInnen statt.


Insgesamt ging es stark um die Forderung und Dringlichkeit der rascheren Umsetzung der SDGs sowie der Reduktion der Klimaerwärmung unter 2 Grad Celsius bis 2030. Hauptthemen waren auch Anpassung von Strukturen, Verhaltensweisen und Minderung des CO2 Ausstosses.
Es wurde betont, dass die ganzen Bemühungen zu gering sind und zu langsam. Forderungen für sofortiges Handeln und vermehrte Investitionen für eine positive Wende des Klimawandels wurden laut.


Der Klimamarsch durch Katowice war ein weiteres Zeichen zu vermehrter Aktion für unser Klima; jedoch wurden rund hundert Teilnehmende des Marsches von der grossen Anzahl Sicherheitskräften zurückgehalten!


Beeindruckt hat die 15jährige Schwedin Greta Thunberg mit ihren Statements und ihren Aktionen (Schulstreik freitags vor dem Parlament fürs Klima), welche bereits auch in der Schweiz nachgeahmt werden.


Indigene Völker konnten einen gewissen Erfolg erzielen, durch die Anerkennung ihrer Erfahrungen in Bezug auf den Klimawandel sowie deren Knowhow an Lösungsstrategien. Dafür wurde eine Plattform geschaffen zum Dialog zwischen Indigenen Völkern, lokalen Gemeinden und Regierung.


Weiterführende Links zu COP24:
https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/schweiz-erhoht-beitrage-fur-klimaschutz-um-120-millionen-dollar-65461374
https://gen-europe.org/news-events/archive/latest-news/power-and-possibility-at-cop-24/index.htm
https://www.ecolise.eu/cop24-yields-a-mix-bag-of-results/
https://www.global2000.at/news/ergebnisse-der-cop24-es-geht-voran-aber-viel-zu-langsam
https://www.dw.com/de/15-j%C3%A4hrige-redet-klimapolitikern-ins-gewissen/a-46569114
https://unfccc.int/news/cop24-strengthens-climate-action-of-local-communities-and-indigenous-peoples
https://news.un.org/en/events/cop24

Brigitta Spälti, GEN-Suisse Vorstandspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch

Gender equality

Gender equality

an asset for peace & security

4th Swiss National Action Plan on Women, Peace and Security

22. November 15:00 – 17:00 Uhr, Maison de la Paix, Genf

Empfang: u.a. Sara Koch (EDA) & Anna-Lena Kutscher (DACF)

Organisiert durch DCAF (a centre for security, development and the rule of low).Dadicating to making states and people safer trough more effective and accountable securtiy and justice

Sprechen werden

  • Ambassador Sabrina Dallafior(Permanent Representative of Switzerland to the Conference on Disarmement)
  • Claire HutchinsonNato Secretary General’s Special Representative for Women, Peace and Security
  • Thomas Gürber(Direktor of DCAF)
  • Bintou Founé Samaké(President of NGO WildAF Mali) 
  • Lieutenant-Colonel(GS) Richard Hauser, Head of Development and Doctrine, SWISSINT
  • Anthony KeediMasculinities Technical Advisor, ABA AD Lebanon
  • Bandona Rona(DEDAW Committee Member)

Ambassador Sabrina Dallafior(Permanent Representative of Switzerland to the Conference on Disarmement)

Sie sagt unter anderem „Es ist schon der vierte Plan, aber es ist noch nicht genug, es benötigt noch viel mehr Aktion.“

Claire HutchinsonNato Secretary General’s Special Representative for Women, Peace and Security (WPS)

Clare gratuliert uns zum bereits 4. Aktionsplan.

Frauen sind bereits auf der politischen Agenda, Frauen partizipieren und sind nicht mehr länger Opfer. Clare sagt „Gender equality und Peace“ seien miteinander verlinkt.

Sie erklärt uns wie wir die Stimme der Frauen in unserer globalen Gemeinschaft besser miteinbeziehen können.

Einer Absicht braucht eine Aktion zu folgen.

Und Aktion braucht mit entsprechene Finanzen.

Verbinde die Arbeit mit Frauen, Frieden und Sicherheit.

Sie glaubt, die Zeit ist reif für eine unglaubbaren Wandel in unserer Globalen Gemeinschaft.

Frauen sind wichtig, wenn es um die Zukunft geht.

Für diesen Dialog bietet die NATO ein zivilgesellschaftliche Plattform an.

Es geht nicht um die Frauen, die Stimme der Frauen miteinzubeziehen bringt einen Gewinn für uns alle!

Thomas Gürber(Direktor of DCAF)

Thomas Grüber ist abwesend, dafür übernimmt Daniel de Torres 

(Assistant Director, Head of the Gender and Security Division) die Moderation.

Bintou Founé Samaké(President of WildAF Mali)

Bintou spricht Französisch und zeigt einen Film Caux Forum, „Circle of Peace“. Mehr Infos zu ihr findest du hier: https://berkleycenter.georgetown.edu/people/bouare-bintou-foune-samake

Lieutenant-Colonel(GS) Richard Hauser, Head of Development and Doctrine, SWISSINT

Richard Hauser berichtet von Seiten der Schweizer Armee, wie sie sich engagieren bezüglich WPS.

Elizabeth Mesok Senior ResearcherKOFF/Swisspeace

Sie erzählt vom zivilgesellschaftlichen Monitoring und der Reflektion bezüglich der Relevanz von WPS.

Sie macht bewusst, dass die UNO Resolution 1325 oft als Anfang der Frauenbewegung gesehen wird, allerdings ist es gleichzeitig auch das Resultat von 100 Jahren erfolgreichem Frauen Aktivismus (Grassroot).

Anthony KeediMasculinities Technical Advisor, ABA AD Libanon

Frauen, Frieden und Sicherheit sei die Verantwortung von Mann und Frau.

Die heutige politische Definition von Frieden ist, wieviel Macht eine Nation hat, darum die konstante Aufrüstung. Es beginnt mit den Spielen der Jungs mit den Waffen, sie lernen die Familie zu beschützen. Er sagt Männer sind auch Opfer der Strukturen.

Bandona Rona(DEDAW Committee Member)

Die UN Resolution 1325 wurde in Nepal bis heute zu ein starken Hilfsmittel um die Frauenrechte in Nepal unglaublich voran zu bringen.

Nach Kriegende 2006 begannen die Frauen mit der Hilfe von 1325 den Frieden zu forcieren. 

Frauen wären gar nicht automatisch in den Friedensprozess integriert worden, wenn sie sich nicht selber geholfen hätten mit der Begründung der UNO Resolution.

In 72 Monaten hatten sie ganz viele Projektgruppen, die mithalfen den Friedensprozess aufzubauen. Die Frauen begannen mitzugestalten und zu beeinflussen, die Armestrukturen, Polizeistrukturen und mehr.

Es ist jetzt nicht alles super, doch konnten sie dank der UNO Resolution Bewusstsein schaffen und grosse Schritte machen. Im 2013 ist eine Plattform entstanden um die Resolution 1325 aktiv zu integrieren, verbunden mit der Zivilgesellschaft.

Fragen

Wie die Teufelskreise brechen, Frauen erwarten Männer sie zu beschützen und fördern so die gewaltvolle Entwicklung.

Anthony meint, dass sich beide gender Seiten dem System anklimatisiert haben mit den Rollen, dass die Männer mit Gewalt die Kinder und Frauen beschützen und die Frauen werden unterdrückt, sobald sie ihren eigenen Power benützen wollen, ein Teufelskreis.

Anthony empfiehlt erst mal mit „benennen“ zu beginnen und dadurch Bewusstsein zu schaffen.

Zur Frage bezüglich der strukurellen Gewalt von Organisationen im Sinne der Konzern-Verantwortungsinitiative erklärte Sara Koch vom EDA (Bund), dass diese Problematik im nächsten nationalen Aktionsplan berücksichtige werde im Jahre 2020.

Bericht René Hirsch, Global Ecovillage Network – Suisse