Besser Leben Forum

Olten, den 3. November 2018

Das diesjährige «Besser-Leben» war anders als die bisherigen; so hiess es denn auch «Besser-Leben-Forum» anstatt «Besser-Leben-Festival». Es wurde wie jedes Jahr von der IP (Integrale Politik www.integrale-politik.ch) veranstaltet und war ein grosser geistiger Spannbogen. Die etwa 100 Besucher waren weit mehr einbezogen als bislang, ja geradezu aufgefordert, sich einzubringen.

Im Zentrum stand das Referat von Prof. Ulrich Schachtschneider (www.ulrich-schachtschneider.de) über das ökologische Grundeinkommen. Dies ist ein bedingungsloses Grundeinkommen, das durch Abgaben auf unerwünschten Umweltverbrauch finanziert wird. Seien es Ressourcenverbrauch, CO2-Emissionen oder Flächenverbrauch: jede Belastung, die wir der Erde und ihren Ressourcen antun, soll durch eine Abgabe kompensiert werden, die gleichmässig an die Bevölkerung zurückverteilt wird. Dies geschieht in der Schweiz bereits in einem sehr kleinen Rahmen durch die Rückverteilung der CO2-Abgabe an die Bevölkerung über die Krankenversicherung. Das ökologische Grundeinkommen operiert dagegen mit ganz anderen Grössenordnungen.

In einem zweiten Teil fand eine Podiumsdiskussion statt, in der die Idee des ökologischen Grundeinkommens in Bezug auf andere, bereits existierende Initiativen gesetzt wurde: Gemeinwohlökonomie (Seraina Seyffer), Grüne (Jonas Fricker), Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung (Franziska Herren), Bedingungsloses Grundeinkommen (Daniel Häni).

In dieser Diskussion wurde klar, dass es viele Denkansätze gibt, um die globale Krise, in der die Erde und die Menschheit derzeit gefangen sind, aufzulösen – und doch bleiben wir hängen in vielem reden, diskutieren, auf die lange Bank schieben…So sagte ein Teilnehmer an den runden Tischen, die im dritten Teil gebildet wurden: ist es nicht schon 5 nach 12 und wir sollten endlich mit unserer Trauerarbeit beginnen? – Ein bewegendes Fazit.

Zur Erfrischung möchte ich stellvertretend zwei Initiativen nennen, die mir besonders aufgefallen sind:

Die Initiative «Sauberes Trinkwasser» von Franziska Herren: sie fordert ein Ende der Subventionen für eine Landwirtschaft, die durch Pestizide, Antibiotika und Düngemittel unser Trinkwasser und unsere Nahrung direkt in seiner Qualität beeinträchtigt. Sie hat eine eidgenössische Volksinitiative eingereicht, die fordert, dass nur noch eine solche Landwirtschaft subventioniert wird, die die Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden.

www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch

Die Initiative der Klimaseniorinnen: «Gemeinsam verklagen wir den Staat für mehr Klimaschutz». Mit der Klage verlangt die Initiative von den Bundesbehörden eine Korrektur der Schweizerischen Klimapolitik, weil die aktuellen Klimaziele und –Massnahmen nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf ein ungefährliches Ausmass zu begrenzen.

www.klimaseniorinnen.ch

Als Stellvertreter von GEN-Suisse stellte ich vor allem die Aussage in den Mittelpunkt, dass die Umweltkrise die Kehrseite der menschlichen Inweltkrise ist. 

Um diese Inweltkrise konstruktiv miteinander anzugehen (da wir nicht glauben, dass dies einer alleine tun kann), braucht es Räume, Kreise und Lebensgemeinschaften, in denen so viel Vertrauen aufgebaut wird, dass wir die individuellen, trennenden Ego-Strukturen vor dem Hintergrund eines grösseren Ganzen sehen können. Diese Hintergrundsräume zu erforschen und gemeinsam zu lernen, was es heisst, neue, lebendige und menschenwürdige Strukturen aufzubauen, ist in der heutigen Zeit essenziell. So können wir als Menschen wirklich lernen, friedvoll miteinander und nebeneinander zu leben.

Ich empfehle euch, am nächsten Besser-Leben-Forum teilzunehmen.

Charly Rainer Ehrenpreis, Vorstand GEN-Suisse

SDG – Nachhaltige Entwicklungsziele der Agenda 2030 – Event an der UNO

SDG – Nachhaltige Entwicklungsziele der Agenda 2030 – Event an der UNO

ReferentInnen aus Genf, Japan, Holland, Frankreich und England zeigten am 9.&10.11.2018 Hintergründe, Missstände und Lösungsmodelle in der Umsetzung der 17 SDGs auf.

 «To live is to choose. But to choose well, you must know who you are and what you stand for, where you want to go and why you want to get there.”

Kofi Annan (1938-2018)

Mit dieser Weisheit von Kofi Annan hat Mintze van der Velde sein Referat begonnen. Er geht zuerst auf die Gründung der UNO 1945, die Menschenrechts-konvention von 1948 und dem Human Rights Council, der dank dem ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan gegründet wurde, ein. Wie steht es mit den Menschenrechten rund 70 Jahre später? Nach wie vor werden vielerorts die Menschenrechte nicht respektiert.

M. v.d. Velde weist darauf hin, dass heutzutage ‘News’ nicht mehr da sind, der Wahrheit willen, sondern, um möglichst viel Aufmerksamkeit von möglichst vielen Personen zu erreichen. Ob der Inhalt der Wahrheit entspräche oder nicht, sei zweitrangig. Er gibt Einblick über die gesamten Entwicklungen hinweg bis zum Zeitalter der künstlichen Intelligenz, welches uns bevorstehe. Er betont, dass Öko-Forschung nicht ausreiche, es brauche Ökoweisheit (Ecosophy).

Um das Leben auf dieser Erde zu retten brauchen wir die Freude der Interaktion mit allem Leben. Wir brauchen Integration auf allen Ebenen (Religionen, Kulturen etc.) Mintze van der Velde erwähnt die NGO ‘End Ecocide on Earth’ und geht auf die oft stille Hintergrundarbeit an der UNO ein. Die Experten von dieser NGO hätten 17 Punkte aufgelistet, welche in den Statuten des ICC (Int. Criminal Court) aufgenommen werden sollten und händigten diese Ban Ki Moon 2015 am COP21 aus. Bisher wurde der Vorschlag jedoch noch nicht angenommen.

Können wir den Wandel erreichen? Schaffen wir die Umsetzung der 17 SDGs bis 2030?

Die Antwort lautet: Ja, mit der enormen Kraft von ‘Goodwill – love in action’!

May East von Gaia Education machte auf die Notwendigkeit aufmerksam, neues Bewusstsein zu entwickeln und Menschen darin zu unterstützen, damit wir eine Gesellschaft erlangen die für die Regeneration statt Degeneration geht. JETZT! – Das Wissen darüber die SDGs und die damit verbundenen Aufgaben zu verstehen sowie deren Anwendung für die eigenen Projekte sei enorm wichtig. Das SDGs-Training ist für ’Multipliers’ ausgerichtet, die genau dies weitergeben, sodass die lokale Bevölkerung als Grundstein globaler Veränderung, mit den SDGs arbeiten kann. Zudem weisst May East darauf hin, dass es unerlässlich sei eine gerechtere Verteilung von Ressourcen durch ein gutes Zusammenwirken lokal und global anzustreben.

René Longet aus Genf macht darauf aufmerksam, dass die Politiker und UNO die Umsetzung der SDGs nicht genug ernst nehmen. «The whole of economy must be devoted to serve human and also other living beings” (R. Passet) – Longet spricht an, dass bereits am Earth Summit 1992 unterschrieben wurde, dass man sich für Biodiversität und gegen den Klimawandel einsetzte. 2000 wurden bereits 8 SDGs bestimmt, welche 2015 hätten erreicht werden sollen, 2002 wurde in Johannisburg für einen radikalen Wandel plädiert und schlussendlich wurden 2012 in Rio die 17 SDGs als gemeinsames Ziel der UNO-Staten für 2030 gesetzt. Die Umsetzung hingegen sei träge. Auf wirtschaftlicher Basis weisst er darauf hin, dass jährlich rund $ 35’000 Billionen an Gelder für Rauchen, Kriege, organisierte Verbrechen, Korruption, steuerbefreite Mittel, Werbung etc. weltweit verwendet werden. Für die Umsetzung der 17 SDGs würde es insgesamt rund $ 5-7’000 Billionen brauchen. Es geht lediglich um einen ‘Money shift’. Das Geld wäre an und für sich vorhanden.

Die Japaner Takeo Inamura und Takeschi Muranaka haben ein spezielles 2030 SDGs Game entwickelt: ‘imacocollabo’. Darin geht es um das Verständnis der SDGs und die Wichtigkeit diese einzelnen Ziele nicht isoliert zu betrachten, sondern sich bewusst zu werden wie eng sie miteinander verknüpft sind. Möchte man zum Beispiel in einem Land das Bereitstellen einer schulischen Infrastruktur bewirken, damit Kinder zur Schule gehen und lernen können, so hat dies nicht nur mit dem SDG 4 ‘Quality Education’ zu tun, sondern es müsste auch das SDG 1 ‘No Poverty’ einbezogen werden. Es gibt Kinder, die können nicht zur Schule, weil sie arbeiten müssen, damit die Familie genug zu Essen hat!

Vita de Waal geht schliesslich auf Resonanz der ‘living earth’ von der Vergangenheit bis in die Zukunft ein. In nur 40 Jahren habe es die Menschheit geschafft um 60% aller Wildtiere zu reduzieren, ergänzend dazu das Schwinden der Biodiversität und nicht zu vergessen die Verschmutzung der Umwelt. Dabei vergessen wir nicht selten, dass auch wir aus Materie dieser Erde geschaffen seien. Sie geht auf die 5 dreidimensionalen geometrischen Formen ein und zitiert Plato und Pythagoras. Diese 5 geometrischen Formen seien aber bereits vor den beiden bekannt gewesen. So hätten traditionelle Heiler und Schamanen diesen 5 Formen bereits Farben und Elemente (Luft, Wasser, Erde, Feuer und Raum) zugeordnet oder diese als Rad des Lebens dargestellt aus welchem alles Leben entstehe. Sie beschreibt wie Resonanz entsteht und verbindet es mit Bewegung. In 3D sei Wandel die Norm, das Gesetz, aber es gibt eine Ordnung in diesem Gesetz der Wandlung.

Johannes Kepler habe schon im 16. Jahrhundert Töne zu verschiedenen Planeten erkannt. Es wurde bekannt, dass viele heilige Stätten ähnliche Frequenzen aufweisen (meist zwischen 110-112 Hz). So gebe es auch zu den 5 geometrischen Formen einen entsprechenden Ton.

Der Einfluss von Mond und Sonne, von Ebbe und Flut, die Erdverschiebungen, all dies sei bekannt, doch auch hier gebe es zu allem einen Ton – die natürliche Frequenz.

Bekannt sind auch die Ley-lines mit verschiedenen Namen aus verschiedenen Kulturen. Oft wurden heilige Plätze genau auf diesen Linien erstellt und hatten dadurch eine spezielle Qualität. Auch von sogenannten Chakren der Erde ist die Sprache.

Die industrielle Revolution hat die Menschheit stark von der Verbindung zur Natur weggebracht und förderte die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Die tragischen klimatischen Veränderungen und Erwärmung belasten Erwachsene wie Kinder in ihrer Gesundheit. (Krebs, Atemprobleme etc.)

Die indigenen Völker haben uns schon lange gewarnt: «For the fates of both humans and beasts are the same: As one dies, so dies the other – they all have the same breath.»

Wir sind getrennt von einem wichtigen Teil unserer selbst. Unsere Elemente sind nicht mehr in Balance. Zu viel Wind – nach asiatischer Sichtweise. Es braucht Erdung, Verbindung zur Erde. – Wenn Elektrizität nicht geerdet werde, so gebe es einen Kurzschluss. – Wir stehen an einem kritischen Punkt und jeder Mensch müsse aufwachen und sich entscheiden ob sie oder er die Strasse der Destruktion oder der Heilung gehen möchte. Es sei Zeit uns selber bewusst zu heilen und unsere Erde. Mit der Erde in Resonanz zu sein, heisse in Harmonie zu sein. Es sei Zeit ganz zu werden.

Dies ist lediglich ein Ausschnitt dieser beiden Tagen zum Thema SDGs an der UNO und soll eine Essenz davon wiederspiegeln.

Brigitta Spälti, Representative to the UN, brigitta.spaelti@ecovillage.org, www.ecovillage.org

 

Nachhaltige Projekte & Ökodörfer unter schwierigen Bedingungen

Nachhaltige Projekte & Ökodörfer unter schwierigen Bedingungen

VertreterInnen aus unterschiedlichen Regionen der Welt berichten am GEN-Event vom 28.10.2018 in Zürich von ihren Projekten und den herausfordernden Umständen mit denen sie zu tun haben.

Nach einem Einstieg durch GEN-Suisse und einem kurzen Überblick über das Globale Netzwerk der Ökodörfer, erzählt Jennifer Trujillo, CASA-Latina von der schwierigen politischen Lage in Kolumbien, von den Initiativen von Ökodörfern und vom Südamerikanischen Netzwerk CASA. Eine Gruppe von Menschen machte nach den Erdbeben auch Einsätze in Mexiko und half mit beim Wiederaufbau von Wohnmöglichkeiten für die Betroffenen.


Der Präsident des Afrikanischen Ökodorf Netzwerks, Ousmane A. Pame, bringt den BesucherInnen die Lage in der Sahel-Zone näher. Zwischen Mauretanien und Senegal, wo früher eine üppige Landschaft mit vielen Wildtieren bestand, ist seit Jahren nun trockenes Sahelgebiet. Ein Grossprojekt zur Wiederaufforstung unterstützt die Wiederbelebung dieses Gebiets zu einer grünen fruchtbaren Zone. Dazu müssen die Jungpflanzen eingezäunt werden, damit sie von den weidenden Tieren nicht gefressen werden. Zäune und Wasserzufuhr sind mit hohen Kosten verbunden. Für die Wasserzufuhr braucht es Pumpen und Leitungen, um das Wasser aus dem grossen Fluss zum gewünschten Ort zu leiten. So entstehen auch Permakulturgärten und ermöglichen eine nachhaltige Selbstversorgung. – Die Regierung Senegals hat vor einigen Jahren entschieden 14’000 traditionelle Dörfer in Ökodörfer zu verwandeln. Diesem Beispiel folgen bereits auch andere Regierungen, wie z.B. Burkina Faso.


Aus Asien berichtet Peter Swan. In seinem Gebiet in Myanmar sind religiöse Minderheiten wie Muslime und Christen bedroht. Der grosse Permakultur-Garten, in welchem er arbeitet, dient auch in gewisser Weise zur Friedens- und Vermittlungsarbeit. Ganze Gruppen von ranghöheren buddhistischen Mönchen begutachten den Garten und lernen über Permakultur. Gleichzeitig versucht Peter Swan vermittelnde Friedensarbeit zwischen den Religionen einfliessen zu lassen.


Aida Shibli aus Palästina, wohnhaft in Portugal, rührt die BesucherInnen mit ihrem Bericht noch tiefer. Die Situation in Palästina hat sich für die Bevölkerung verschärft. Im eigenen kleinen Land müssen sie durch eine Vielzahl von Checkpoints der Israeli, um vom Süden in den Norden zu gelangen, was den Besuch von Verwandten in einem anderen Landesteil praktisch verunmöglicht, da dies mit viel Zeit, Stress und hohen Kosten verbunden ist.
Auch junge Menschen sind immer wieder von der Gewalt durch Israeli bedroht, nicht zu reden von der prekären Situation im Gaza-Gebiet, wo es an Grundversorgung mangelt u.a. auch an Wasser und es für die Menschen dort nie klar ist, wann ein nächster Angriff stattfindet.
Versuche von Friedensarbeit zwischen Menschen aus Israel und Palästina, die eigentlich nicht kämpfen wollen, sind gescheitert, da durch die anhaltende Krisensituation ein Vertrauensaufbau auch zwischen wohlgesinnten Menschen der beiden Gebiete praktisch unmöglich ist. Trotz allem gibt es ein Ökodorfprojekt in Palästina, welches sich erfolgreich entwickelt!


Die lebensnahen Berichte bewegten viele BesucherInnen sehr und es wurde ein reger Austausch mit den RepräsentantInnen gesucht.


Global Ecovillage Network GEN-Suisse, Brigitta Spälti, Vereinspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch, www.gen-suisse.ch, www.ecovillage.org

Sommercamp August 2018

Sommercamp August 2018

Bereits zum zweiten Mal fand das jährliche GEN-Suisse Sommercamp auf dem Hof der Yamagishi Gemeinschaft statt. Unter freiem Himmel und dem schützenden Dach der grossen Scheune entstand für eine Woche ein Zeltdorf voller Wandelpioniere, Lebenskünstlerinnen und Gemeinschaftsinteressierten verschiedenster Herkunft und Generationen.

Ziel des Treffens war, sich gegenseitig zu inspirieren und spannende Projekte kennenzulernen, brennende Fragen der Gemeinschaftsszene weiterzubewegen und eine gute, nährende Sommerzeit zusammen zu verbringen. 

Tagsüber gab es immer wieder Zeit für OpenSpace, den die Teilnehmenden mit einem reichen Angebot von Workshops und Themenkreisen füllten.

Abends nutzten wir Forum als gemeinschaftsbildendes Werkzeug und es entstand jeweils ein besonderer Raum des gegenseitigen Zeigens und Sehens. Es war sehr eindrücklich, wie tief die Gruppe bereits nach kurzer Zeit gehen konnte, obwohl auch immer wieder neue Menschen dazukamen oder abreisten und es insgesamt eine bunt gemischte Truppe war.

Als zusätzliches Gefäss zum Austauschen bildeten sich «Homegroups», Gruppen von 5–6 Menschen, in denen jede/r über die Woche im kleineren Kreis darüber sprechen konnte, was ihn/sie gerade beschäftigte.

Sehr schön waren jeweils die Projektpräsentationen, die einen Eindruck der Schweizer Ökodorf-Landschaft vermittelten. Dabei kamen die etablierten Gemeinschaften und Projekte zu Wort, gaben Einblick, in was bei ihnen derzeit läuft und erzählten auch transparent von den Herausforderungen und schmerzhaften Momenten, die das Leben in Gemeinschaft mit sich bringen kann. Gleichzeitig stellten sich auch entstehende und sehr junge Gemeinschaften vor, erzählten von ihrer Vision, stellten Fragen und erhielten bekräftigendes Feedback durch das Netzwerk.

Dieses Jahr war zum ersten Mal das Netzwerk Holon am GEN-Suisse Sommercamp mit dabei. Die Gruppe bereicherte das Camp mit seinem Erfahrungsschatz und liess sich umgekehrt von der Arbeit von GEN inspirieren.

Einen besonderen Programmpunkt bildete die Einführung in die Aktionskampagne für die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals oder SDGs). Die SDGs sind eine Sonderinitiative des UN-Generalsekretärs und werden vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen verwaltet. Die siebzehn gesetzten Ziele beinhalten unter anderem die Aufhebung der Armut, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz, bezahlbare und saubere Energie oder der Schutz von Leben an Land und im Wasser. Damit decken sie sich mit vielen Kernanliegen von GEN und eine Zusammenarbeit wird deshalb in Zukunft stark angestrebt. 

Nachdenklich gestimmt hat auch der Input über den ökologischen Fussabdruck, der bei uns allen über dem Mass liegt, das unser Planet tragen kann. Am Beispiel der Schweibenalp wurde gezeigt welche Lebensentscheidungen zu einer Verkleinerung der Belastung führen und inwiefern Gemeinschaften hier ein Zukunftsmodell für die Schweiz sein können.

In der Woche wurden wir von innen und aussen mit Geschenken überrascht, zum Beispiel durch das warme Sommergewitter am ersten Abend, das nach der langen Trockenheit Boden und Gemüter erleichterte oder durch die spontan entstandenen Theatershows, die Kinder und Erwachsene entzückten.

Kulinarisch verwöhnten die Küchenmeister/innen der Next-GEN Community Trogen erneut die Besucher des Sommercamps mit herrlichem vegetarischem Essen.

von Selina Fehr, Mitglied Next-GEN-Beirat

Insgesamt war es eine sehr gelungene Woche, in der Freundschaften und Kooperationen entstehen durften, gesungen, gelacht und ausgetauscht wurde. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

National Network Meeting Europe, Amalurra, 19.-21.1.2018

National Network Meeting Europe, Amalurra, 19.-21.1.2018

Dieses Jahr fand das NN-Treffen in Nordspanien in Amalurra, Bilbao statt. Es nahmen zwölf Nationale Netzwerke teil sowie das GEN-Europe Office und der GEN-Europe Vorstand.

Als erstes wurden die einzelnen Netzwerke anhand von spezifischen Fragen vorgestellt und Fragen der TeilnehmerInnen beantwortet.

Ave von Estonia präsentierte den aktuellen Stand der Vorbereitungen betreffend GEN-Conference ‘Wisdom of conscious communities’ sowie des 100 Jahre Jubiläums. Sie betonte, dass es wichtig sei, möglichst früh zu buchen, da zu diesem Zeitpunkt viele Leute für die 100 Jahr Feier nach Estonia reisen werden. Zudem gebe es für die Conference einen Frühbucherrabatt.

Vom 5.-7. Juli findet ein Seminar von Albert Bates und Bernd Neugebauer in Permakultur statt. Vom 8.-9. Juli findet die Generalversammlung statt und vom 11.-14. Juli die offizielle GEN-Conference. Am 10. Juli gibt es einen speziellen Tag zum 100 Jahre-Jubiläum der Unabhängigkeit von Estonia/Estland. Am 15. Und 16. Juli können Ökodörfer besucht werden und vom 16.-17. Juli gibt es ein Seminar mit dem Gründer von Lilleoru Ingvar Villido.

Thomas Meier von Schloss Tonndorf erwähnt eine Segeltour, welche auf Juli 2018 geplant ist in der Baltischen See mit Schlussdestination ‘GEN-Conference in Lilleoru’. Mit dieser Segeltour soll auf die Umweltfragen in Bezug auf das Meer aufmerksam gemacht werden.

GEN-Europe, mit jetzt rund 110 Mitgliedern, möchte sich mehr mit der Basis verbinden und auf Bedürfnisse der Mitglieder eingehen können, Projekte mitunterstützen und vorhandene Infos in mehrere Sprachen des europäischen Raums übersetzen. Positiv ist u.a., dass es mehr Unterstützung im Sekretariat gibt u.a. durch Francesca Whitlock, die neu dabei ist. GEN-Europe ist u.a. aktiv mit Horizon 2020, EVS und COP (UNFCCC).

GEN-Europe hat verschiedenste Arbeitsgruppen, bei denen z.T. auch noch weitere Mitwirkende gesucht werden, die entsprechendes Fachwissen mitbringen: Fundraising (zuständig Genny), Kommunikation (zust. Fran), IT (zust. Angel) und Eventmanagement (zust. Ricardo).

GEN-International gab ebenfalls einen kurzen Input und leitete einige Aufgaben an die NN-Gruppe weiter, für welche GEN-International die Kapazität nicht dafür hat. GEN-International ist daran den Begriff Eco-village mit dem Begriff Eco-community zu erweitern und für beides eine adäquate Definition zu finden. – Ausschlaggebend ist u.a., dass die Definition der UN für ein Dorf erst ab 80 Personen gilt.

Es wurden in der NN-Gruppe rund 35 Themen vorgestellt, die besprochen resp. bearbeitet werden wollten. Somit wurde versuch möglichst effizient verschiedene Aspekte zusammenzunehmen und so die wichtigsten Schwerpunkte bearbeitet.

In einem Punkt ging es um die SDG’s (Sustainable development goals) der Paris-Agreements von COP21. GEN arbeitet im internationalen Bereich intensiver mit diesen SDG’s. Ökodörfer und Gemeinschaften setzen bereits einige dieser Inhalte um. Dies kann für Gespräch und Kooperationen mit Politikern und Gemeinderäten sehr interessant sein. GEN könnte anbieten, die Politiker zu unterstützen in deren Aufgabe die SDG’s bis 2030 umzusetzen!

Weiter wurde in einer NN-Gruppe besprochen, wie das NN-Netzwerk den einzelnen nationalen Netzwerken von GEN-Europe noch mehr dienen könnte. Daraus resultierten Vorschläge wie ‘Guidelines’ für gesunde Netzwerke, Beratungen für bestehende und neu entstehende Netzwerke sowie eine Gruppe die sich dem Thema Fundings/Fundraising annimmt.

Ein weiterer Kreis beschäftigte sich mit dem Thema ‘Ecopreneurship’ Ökounternehmungen in Gemeinschaften und Ökodörfern. Camilla Nielsen-Englyst aus Dänemark hat diesbezüglich sehr viel Erfahrung und Knowhow!

Nebst all dem wurden unzählige Projekte (Eco-Gamer, Clips, Youth-Exchange etc.) und Aktivitäten vorgestellt. Soviel tolle Arbeit die umgesetzt wird für einen positiven Wandel auf unserer Erde!

GEN-Suisse, Brigitta Spälti, Vorstandspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch

Weltklimakonferenz COP23

Weltklimakonferenz COP23

November 2017 in Bonn

Die diesjährige Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) wurde unter dem Dach der Fidschi-Inseln durchgeführt. In Kollaboration mit Deutschland fand COP23 im Kongresszentrum mit der ‘Bula-Zone’ und im speziell aufgebauten Areal der ‘Bonn-Zone’ in der Stadt Bonn statt. Rund 22’000 BesucherInnen fanden sich innerhalb der zwei Wochen vom 6. – 17. November 2017 ein.

Nebst festlichen Teilen wie traditionelle Tänze und Musik aus Fidschi, gaben die vielfältigen Vorträge Einblick in die enormen Bewegungen hin zu einem positiven Klimawandel!


Traditioneller Tanz von Fidschianern am ersten Abend des COP23

Auf der anderen Seite berichteten indigene Völker direkt wie sie im Amazonas- oder anderen Gebieten beeinflusst, ausgebeutet, bedroht werden; wie ihre Wälder, ihr Land zerstört wird. Wie die Gewässer vergiftet werden, sodass sie nicht mehr daraus trinken können und wie die Luft verschmutzt wird, sodass Kleinkinder schon unter Asthma und anderen Krankheiten leiden.

Weiter gab es eine enorme Vielfalt an Präsentationen und Beiträgen diverser NGO’s, die für einen positiven Klimawandel arbeiten.


Junge Frauen aus Afrika lancieren grosse Projekte unter dem Dach des WWF

Aus dem Next-GEN-Afrika Netzwerk wurde Sonita Mbah aus Kamerun mit dem Award für ‘Gender Just Climate Solutions 2017’ ausgezeichnet für ihren enormen Elan und die tolle Arbeit, die sie umsetzt. Leider konnte sie jedoch aus Visagründen nicht anwesend sein.

GEN-International und GEN-Europe stellten einen Stand und waren laufend präsent für die vielen interessierten BesucherInnen aus aller Welt. Es konnten enorm viele Kontakte geknüpft werden und Kooperationen in allen Kontinenten mit anderen Organisationen oder Politikern gefördert werden. Das Interesse an GEN und an einer Vernetzung oder Zusammenarbeit mit GEN war sehr gross.

GEN-Suisse war in der ersten Woche durch Brigitta Spälti dort vertreten und konnte direkt für die Schweizer Ökodörfer und Gemeinschaften sprechen sowie für das europäische Netzwerk.


Stand von GEN-International und GEN-Europe am COP23 in Bonn (v.l. n.r.)

Brigitta Spälti, GEN-Suisse; Stella Veciana, GEN-Research; Nonty Charity Sedibe-Sabic, GEN-EU

Am 6. November fand eine Präsentation statt an der GEN-International, GEN-Europe, GENOA (Asien) und GEN-Afrika vorgestellt wurden. – Innerhalb der insgesamt zwei Wochen fanden etliche weitere Präsentationen, Interviews und Vernetzungsgespräche statt.

ECOLISE, das Europäische Netzwerk von Bewegungen wie Permakultur, Transition, GEN, war ebenfalls vor Ort und sehr aktiv, während des Anlasses, auf politischer Ebene.

Insgesamt für GEN ein sehr wertvoller und reichhaltiger Anlass und auch im grösseren scheint es, dass doch einige positive Ergebnisse aus der Weltklimakonferenz resultierten.

Brigitta Spälti, GEN-Suisse Vorstandspräsidentin, 9.12.2017

Weitere Infos zu COP23:

https://cop23.com.fj/news/
https://cop23.unfccc.int/
https://ecovillage.org/reflections-from-cop23/
https://ecovillage.org/resources/climate-solutions/

Erste positive Resultate der Klimakonferenz 2017:

Wichtige Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Bonn

Die Weltklimakonferenz in Bonn hat einige Schritte zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris gemacht. Neben den direkten Verhandlungen wurden auch freiwillige Aktionen auf den Weg gebracht.

REGELBUCH zum Klimaabkommen von Paris: Die Konferenz hat Vorschläge der Länder darüber festgehalten, wie man etwa die Reduktion von Treibhausgasen messen und vergleichbar machen kann. Heraus kam eine Sammlung von Mega-Papieren. Daraus soll im kommenden Jahr ein praktikables Regelbuch zum Klimaabkommen von Paris entstehen, damit die Anstrengungen aller Länder mit einheitlichem Massstab gemessen werden können. Allein der Textentwurf zur Reduktion der Treibhausgase umfasst jedoch 180 Seiten. Das Regelbuch soll bei der kommenden Klimakonferenz im polnischen Kattowitz verabschiedet werden.

VERLUSTE UND SCHÄDEN: Insbesondere die Entwicklungsländer forderten, dass die Schäden durch den Klimawandel anerkannt werden und das Thema auf einer höheren Verhandlungsebene angesiedelt wird als bislang. In Bonn wurde jedoch nur ein weiterer Arbeitsplan für diesen sogenannten Warschau Mechanismus auf den Weg gebracht. Bei einer Zwischenverhandlung im Mai 2018 soll es einen «Expertendialog» geben. Bislang gibt es im Rahmen des Paris Abkommens zwar Finanzinstrumente für Anpassung und Klimaschutz in ärmeren Ländern, nicht aber Zahlungsverpflichtungen für die Schäden durch den Klimawandel oder den Verlust der Heimat.

FINANZEN: Für das Fortbestehen des Fonds zur Anpassung der ärmeren Staaten an den Klimawandel wurden in Bonn wichtige Grundlagen gelegt. Er war zuvor im Kyoto-Protokoll verankert. In Bonn wurden nun erste Schritte beschlossen, ihn in das Pariser Klimaabkommen zu übernehmen.

TALANOA-DIALOG: In Bonn wurde ein neues Forum gestartet, um die Klimaschutzziele der Länder zu erhöhen. Das Wort Talanoa stammt aus Fidschi und ist eine Versammlung, bei der jeder gehört wird, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Präsidentschaft teilen sich der Inselstaat Fidschi und das Kohleland Polen.

VERPFLICHTUNGEN BIS 2020: Das Klimaprotokoll von Paris gilt erst ab 2020. Doch die Zeit drängt. Daher sollen die Industrieländer nun bereits bei den Folgekonferenzen 2018 und 2019 belegen, wie weit sie bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzaktivitäten und Finanzzusagen gekommen sind. Das gilt insbesondere für das Versprechen, die Klimahilfen bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden Dollar (rund 85 Mrd Euro) zu erhöhen.

FRAUENFÖRDERUNG: Die Rolle der Frauen soll beim Klimaschutz stärker berücksichtigt werden. Der Gender-Aktionsplan sieht etwa vor, dass im Klimasekretariat, in Delegationen und bei Klima-Projekten mehr Frauen mitarbeiten sollen oder auch geschult werden.

INDIGENE VÖLKER: Sie sollen künftig stärker in die Verhandlungen mit einbezogen werden. Dieser Punkt sei gar nicht so einfach gewesen, weil der Prozess nur auf Staaten ausgelegt sei, sagte der Abteilungsleiter Klima im Bundesumweltministerium, Karsten Sach.

FREIWILLIGE Aktionen neben den Verhandlungen:

KLIMARISIKOVERSICHERUNG: Am Rand der Konferenz startete ein breites Bündnis für eine Art Versicherung gegen Klimaschäden. Die globale Partnerschaft unter anderem aus der Weltbank, Deutschland und besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten soll ärmeren Menschen bei Unwetterkatastrophen schnell helfen. Damit sollen bis 2020 zusätzlich 400 Millionen Menschen gegen Klimarisiken versichert werden. Die Versicherung baut auf der 2015 beim G7-Gipfel gegründeten «InsuResilience Initiative» auf. Deutschland sagte rund 110 Millionen Euro zu. Zuvor umfasste die Initiative schon 550 Millionen Dollar (467 Mio Euro).

Es handelt sich im Wesentlichen eine staatliche Versicherung, in die ärmere Länder selbst etwas einzahlen, die aber von den reichen Ländern ebenfalls Geld erhält. Es wurden auch Versicherungslösungen auf dem Weg gebracht, in denen sich einzelne Menschen versichern können. Die Einzahlung wird etwas billiger, weil reiche Staaten sie subventionieren.

PAKT ZUM KOHLEAUSSTIEG: 23 Länder und Provinzen schlossen sich zu einer internationalen Allianz für den Kohleausstieg zusammen. Die Regierungen legen sich in ihrer Erklärung auf eine Abkehr von der traditionellen Kohle-Energie fest. Einzeln hatten sie das zum Teil in der Vergangenheit schon angekündigt. Die britische Regierung erklärte etwa, bis 2025 alle Kohlekraftwerke abschalten zu wollen. Der «Powering Past Coal Alliance» gehört auch Frankreich an, das ohnehin nur sehr wenig Kohlestrom nutzt. Zudem gab es eine Initiative aus mehreren Staaten zur Förderung von Biotreibstoffen.

KOMMUNALE REGIERUNGEN FÜR NACHHALTIGKEIT: Diese Initiative veranstaltete in Bonn einen grosses Treffen. Dort machten Städte und Regionen aus aller Welt deutlich, dass sie sich als Treiber des Klimaschutzes verstehen, während nationale Regierungen in ihren Augen häufig hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Artikel aus den Bluewin-News im November 2017