Olten, den 3. November 2018

Das diesjährige «Besser-Leben» war anders als die bisherigen; so hiess es denn auch «Besser-Leben-Forum» anstatt «Besser-Leben-Festival». Es wurde wie jedes Jahr von der IP (Integrale Politik www.integrale-politik.ch) veranstaltet und war ein grosser geistiger Spannbogen. Die etwa 100 Besucher waren weit mehr einbezogen als bislang, ja geradezu aufgefordert, sich einzubringen.

Im Zentrum stand das Referat von Prof. Ulrich Schachtschneider (www.ulrich-schachtschneider.de) über das ökologische Grundeinkommen. Dies ist ein bedingungsloses Grundeinkommen, das durch Abgaben auf unerwünschten Umweltverbrauch finanziert wird. Seien es Ressourcenverbrauch, CO2-Emissionen oder Flächenverbrauch: jede Belastung, die wir der Erde und ihren Ressourcen antun, soll durch eine Abgabe kompensiert werden, die gleichmässig an die Bevölkerung zurückverteilt wird. Dies geschieht in der Schweiz bereits in einem sehr kleinen Rahmen durch die Rückverteilung der CO2-Abgabe an die Bevölkerung über die Krankenversicherung. Das ökologische Grundeinkommen operiert dagegen mit ganz anderen Grössenordnungen.

In einem zweiten Teil fand eine Podiumsdiskussion statt, in der die Idee des ökologischen Grundeinkommens in Bezug auf andere, bereits existierende Initiativen gesetzt wurde: Gemeinwohlökonomie (Seraina Seyffer), Grüne (Jonas Fricker), Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung (Franziska Herren), Bedingungsloses Grundeinkommen (Daniel Häni).

In dieser Diskussion wurde klar, dass es viele Denkansätze gibt, um die globale Krise, in der die Erde und die Menschheit derzeit gefangen sind, aufzulösen – und doch bleiben wir hängen in vielem reden, diskutieren, auf die lange Bank schieben…So sagte ein Teilnehmer an den runden Tischen, die im dritten Teil gebildet wurden: ist es nicht schon 5 nach 12 und wir sollten endlich mit unserer Trauerarbeit beginnen? – Ein bewegendes Fazit.

Zur Erfrischung möchte ich stellvertretend zwei Initiativen nennen, die mir besonders aufgefallen sind:

Die Initiative «Sauberes Trinkwasser» von Franziska Herren: sie fordert ein Ende der Subventionen für eine Landwirtschaft, die durch Pestizide, Antibiotika und Düngemittel unser Trinkwasser und unsere Nahrung direkt in seiner Qualität beeinträchtigt. Sie hat eine eidgenössische Volksinitiative eingereicht, die fordert, dass nur noch eine solche Landwirtschaft subventioniert wird, die die Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden.

www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch

Die Initiative der Klimaseniorinnen: «Gemeinsam verklagen wir den Staat für mehr Klimaschutz». Mit der Klage verlangt die Initiative von den Bundesbehörden eine Korrektur der Schweizerischen Klimapolitik, weil die aktuellen Klimaziele und –Massnahmen nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf ein ungefährliches Ausmass zu begrenzen.

www.klimaseniorinnen.ch

Als Stellvertreter von GEN-Suisse stellte ich vor allem die Aussage in den Mittelpunkt, dass die Umweltkrise die Kehrseite der menschlichen Inweltkrise ist. 

Um diese Inweltkrise konstruktiv miteinander anzugehen (da wir nicht glauben, dass dies einer alleine tun kann), braucht es Räume, Kreise und Lebensgemeinschaften, in denen so viel Vertrauen aufgebaut wird, dass wir die individuellen, trennenden Ego-Strukturen vor dem Hintergrund eines grösseren Ganzen sehen können. Diese Hintergrundsräume zu erforschen und gemeinsam zu lernen, was es heisst, neue, lebendige und menschenwürdige Strukturen aufzubauen, ist in der heutigen Zeit essenziell. So können wir als Menschen wirklich lernen, friedvoll miteinander und nebeneinander zu leben.

Ich empfehle euch, am nächsten Besser-Leben-Forum teilzunehmen.

Charly Rainer Ehrenpreis, Vorstand GEN-Suisse