GEN-Europe Conference in Bagnaia Italy, 14.-17. Juli 2019

GEN-Europe Conference in Bagnaia Italy, 14.-17. Juli 2019

«If you knew she could feel, you would stop!»

Wenn Du wüsstest, dass sie (Mutter Erde) fühlen kann, würdest Du aufhören (ihr dies anzutun)!

Bereits ist sie vorbei die GEN-Conference des Sommers 2019, dieses bunte, inspirierende, berührende Event des europäischen Netzwerks der Ökogemeinschaften. Die Comune di Bagnaia in der Toscana (seit 1969), hat es geschafft als Gastgeberin eine einfache, sinnvolle und praktische Infrastruktur vorzubereiten für knapp 600 Menschen aus der ganzen Welt! Bravissimo!

Alle zu versorgen mit Essen, sanitären Anlagen, Trinkwasser und genug Platz für Zelte und Schattenplätze, was für eine grosse Arbeit steht dahinter! Die Organisatoren von GEN – Europe haben suverän durch die Tage geführt. Die Struktur der Tage war sinnvoll und angenehm. Am Morgen Plenum, dann Workshops, Pause und Mittagessen, dann Homegroups und Workshops, Pause und Nachtessen und natürlich Abendprogramm mit Musik und Tanz. Das Leben feiern. – Die Sonne brannte heiss tagsüber, sodass die kurzen Regenschauer eine willkommene Abkühlung waren.

Vor der Conference fand die GV von GEN-Europe statt. Leider werden Matthias (Buchhalter) und Thomas (Finacial Manager) ihre Arbeit auf nächstes Jahr abgeben. Auch Genny (Generalsekretärin), deutete an, dass sie zurücktreten wird. Sie waren alle sehr engagiert und committet mit GEN-Europe. Genny war und ist noch die Seele von GEN-Europe. Ihre enorme Leistung trotz visueller Beeinträchtigung ist einfach genial und verdient grossen Respekt.

Während der GV gab es eine Überarbeitung des Mitgliederreglements und der Statuten. Zudem war die Frage betreffend ‘Office-Move’ ein grosses Thema, zu welchem letztlich eine Arbeitsgruppe gegründet wurde, da es zu beiden Varianten viele Vor- und Nachteile gibt.

Die ‘Governance’-Gruppe hat ein neues Modell für die Arbeits- und Ressortaufteilung in GEN-Europe vorgestellt, welches als Pilotversuch begrüsst und angenommen wurde.

Während den Conference-Tagen gab es zweimal am Tag die Möglichkeit aus vielen Workshops, welche an einer Infotafel vorgestellt waren, auszuwählen. Viele interessante Themen. Über 26 Nationen waren vertreten und viele Ecovillagi aus Europa haben sich am 1. Tag, vorgestellt, dem ‘General day’, wo es darum ging, sich anzunähern, auszutauschen, einzustimmen, Infos und Überblick zu erhalten. Auch die verschiedenen Regionen von GEN berichteten und ein Podium mit Albert Bates, Meriline Hamilton und Peter Harper fand statt. Über diese Tage trafen sich verschiedene Arbeitsgruppen zwischen den Programmteilen, um wiedermal real (nicht nur online) miteinder zu wirken.

Jeder Tag wurde kreativ bildlich erfasst und die wichtigsten Inhalte so ersichtlich gemacht.

Der 2. Tag stand unter dem Thema ‘Peace’. Wo in der weiten Welt sind welche Friedens-Projekte am Laufen, wer ist involviert? Menschen aus Israel, Palästina, Kamerun, Sri Lanka und der Türkei berichteten von der Situation in ihren Ländern. Dies war sehr berührend und machte einmal mehr bewusst, wie privilegiert wir in der Schweiz sind. – Dazwischen zarte Musik, um die Gedanken zu sortieren und etwas Ruhe in alles zu flechten.

Inchi und Ali berichteten wie sich die Situation in der Türkei immer mehr verschärft. Die diktatorischen Verhältnisse lasse nur noch wenig Spielraum, sodass auch sie mittlerweilen gefährdet sind, da sie Solidarität mit hungerstreikenden Kurden zeigten.

Kamerun ist in einem Kriegszustand, die Bevölkerung leidet und ist enorm verunsichert und teilweise in lebensbedrohlichen Situationen. Für Sonita, NextGEN Kamerun, eine enorme Herausforderung. – Sie hat das Privileg, zur Zeit in Tamera etwas aufzutanken, um dann wieder für ihr Projekt und die Menschen in Kamerun die Kraft zu haben und weiter zu wirken.

Nachmittags stellten die zwei Peaceworker von Palästina und Israel ihre Modell vor, wie sie mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeiten und eine Annäherung ermöglichen. Eine sehr sensible Arbeit, die viel Wissen und Erfahrung in diesen Themen benötigt. Zudem wird diese Friedensarbeit durch jegliche Eingriffe von der einen oder anderen Seite immer wieder ins Wanken gebracht. Insgesamt jedoch bleibt grosse Achtung für diese Menschen und die trotz allem erfolgreiche Arbeit.

Der 3. Tag stand unter dem Thema ‘Ökologie’. Alle möglichen Themen zu Teilbereichen der Ökologie wurden in den Workshops bearbeitet. Transitiontown, Gemeinschaft mit der Erde, Wind, Sonne, Wasser, Autarkie, ‘how love and sex are political’, Fussabruck der Ökodörfer, etc. – Italien hat übrigens schon seit längerem keine Atomkraftwerke mehr!

Zu Vollmond wurden Frauenkreise initiiert und am Abend ein Fest zu Ehren der Mondin gefeiert. Ein Kreis mit mehreren hundert Leuten, singend, tanzend und schweigend.

Das Thema des 4. und letzten Tages war ‘Soziale Gerechtigkeit’. Die Erde mit allen Lebewesen teilen und wie Ökodörfer Beispiel und Teil dieser Zukunft sind. Solidarische Landwirtschaft, Food Kooperativen, Permakultur, Migration, die Geschichte von der altenativen Gemeinschaft Christiania in DK, und vieles mehr waren an diesem Tag Thema.

Koyote, Schamane aus Mexico, erzählte wie sie lange Zeit eine Art nomadischer Theater-Schul-Community waren und so in verschiedenen Ländern mit verschiedenen ‘Tribes’ zusammen wohnten und später die Rainbow-Bewegung mitgründeten. 1982 gründeten sie die erste Gemeinschaft und später tourten sie mit einer Karavane von 70 Bussen und 400 Menschen während 9 Jahren durch Südamerika, gingen zu Favelas und bauten das Peacevillage auf. 2003 gab es einen grossen Event auf dem Machu Picchu, Peru mit VertreterInnen aus allen Kontinenten und ca. 1200 Personen. Später brachte er sein Modell ‘Peacevillage’ in die Stadt Mexico und seit 2013 steht er für ‘Rights of Mother Earth’ ein. Letztes Jahr fand das Earth-Rights-Festival in Kuba statt und dieses Jahr in Chile in Verbindung mit COP25. – Am Abend ein gemeinsamer feierlicher Schluss, Musik und diverse Festivitäten.

Christine: «Ich fühlte mich nach diesen Tagen reich beschenkt und freute mich an den vielen neuen Bekanntschaften und berührenden Begegnungen mit so vielem Brüdern und Schwestern der Weltfamilie.»

Brigitta: «Jedes Jahr vertieft sich die Verbindung zur Weltgemeinschaft, jedes Jahr berühren die Bericht mehr aus all den Gebieten, denn es sind keine unbekannten Menschen mehr, es sind Bekannte, gute Freunde, liebgewordene Menschen, die betroffen sind. Ich bin dankbar für diese Gemeinschaft und dafür, dass wir an diesen Anlässen, den Puls der Erde immer wieder so deutlich spüren und erleben dürfen.»

Die nächste GEN-Europe Conference findet vom 27.-30. Juli 2020 in der Nature-Community in Deutschland statt.

Christine Morgenthaler und Brigitta Spälti, Vorstand GEN-Suisse

info@gen-suisse.ch

28.7.2019

ECOLISE – GA 2019, Kroatien

ECOLISE – GA 2019, Kroatien

Zwischen dem 7. und 11. April 2019 fand der GV-Anlass von ECOLISE statt. Rund 35 Teilnehmende aus ganz Europa und etwa 15-20 Online Participants waren dabei.

Teilnehmende an der GV von ECOLISE 2019 mit Online-Participants

Priorität wurde an dieser GV den ganzen Online-Möglichkeiten gegeben, sodass Leute, denen es nicht möglich war vor Ort zu sein, trotzdem jeden Tag u.a. auch in Arbeitsgruppen mitwirken konnten

Das interessante Projekt des ‘Centar Marijapoli Faro’ in Krizevci, wo die GV stattfand, wurde vorgestellt. Viele Mitglieder vom Ort selbst und Externe u.a. von Transition Zagreb hielten wunderbar den Rahmen im Hintergrund, sodass wir uns voll auf die Arbeit von ECOLISE konzentrieren konnten.

Dieses Jahr ging es inhaltlich um abschliessende Arbeiten zur neuen Strategie von ECOLISE. In Arbeitsgruppen wurde an einzelnen Punkten gefeilt und diese letztlich in der grossen Runde abgesegnet.

Zusätzlich gab es grosse Neuwahlen im Vorstand. Als Vorbereitung fand eine Aufstellungsarbeit statt zum Motto: ‘Wir sind alle in einem Boot’ – ‘Aber wo ist unser Platz’. Dies führte zu einem konstruktiven und öffnenden Prozess. Dies führte u.a. auch dazu, dass bei den Wahlen auf eine möglichst gleichwertige Verteilung von Frauen und Männern im Vorstand geachtet wurde. Zudem wurde ein Gender gerechtes Co-Präsidium gewählt. Mit Fran Withlock und Davie Philip ist die Weiterführung von ECOLISE gewährleistet sowie Innovation und Professionalität in einem Boot.

Insgesamt wurden 11 Vorstandsmitglieder gewählt und mit einem Ritual, angeleitet von Brigitta Spälti von GEN-Suisse, empowered, nachdem der alte Vorstand verdankt und verabschiedet wurde!

Viel Arbeit hatte jedoch auch das Arbeitsteam von ECOLISE geleistet mit Generalsekretär Eamon O’Hara.

Staffmembers of ECOLISE

Ein Highlight ist der erste Status-Report von ECOLISE «Reshaping the future», der im Mai 2019 definitiv veröffentlicht wird. Folgend der Link zur Zusammenfassung.

https://www.ecolise.eu/wp-content/uploads/2016/02/Executive-Summary-Status-Report-on-Community-led-Action-on-Sustainability-and-Climate-Change-in-Europe-2019-.pdf

Die FacilitatorInnen machten einen wunderbaren Job und führten mit verschiedenen Tools durch die ganzen Tage. Abwechselnd zwischen Plenum, Austausch in Kleingruppen und Workinggroups, zwischen Spiel und Fokus sowie zwischen der Möglichkeit draussen und drinnen zu verweilen.

In den Arbeitsgruppen wurde intensiv und vertieft an spezifischen Themen gearbeitet u.a. zur Strategie oder auch zum Thema ‘Advocacy and Policy’ von ECOLISE

Eine externe Beobachterin und Unternehmerin gab zum Schluss Feedback, wie sie den gesamten Anlass inhaltlich, organisatorisch, atmosphärisch erlebte und hinterliess einige wertvolle Empfehlungen für kommende Anlässe von ECOLISE.

Brigitta Spälti, Delegierte von GEN-Suisse brigitta.spaelti@gen-suisse.ch           

Internationale Klimakonferenz COP24 Katowice, 2.-14.12.2018

Internationale Klimakonferenz COP24 Katowice, 2.-14.12.2018

Eine unglaubliche Vielfalt an NGOs, die sich für einen positiven Klimawandel einsetzen, versammelt sich jedes Jahr am COP. Politische VertreterInnen aus jeder Region finden sich dort ein. Aus der Schweiz waren dieses Jahr u.a. Bundesrätin Doris Leuthard und Bundespräsident Alain Berset vertreten. Als positive Folge erhöht die Schweiz den Betrag für Klimaschutz um 120 Mio. Dollar! Zusätzlich sollen die Emissionen bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden!


Ein weiteres Highlight am diesjährigen COP war die Präsenz von Bertrand Piccard – bekannt durch seinen Flug um die Welt mit dem Solarflugzeug – als Moderator bei den UN Climate Action Awards.


GEN war dieses Jahr sehr breit vertreten. Einerseits durch je einen Stand von GEN-Europa und GEN-International, andrerseits durch die Präsenz an diversen Side-Events. Das Interesse an GEN war erneut sehr gross und es wurden viele Dialoge geführt mit Politikern aus aller Welt für konkrete Kooperationen mit GEN. Auch diverse NGOs sind interessiert an einer Zusammenarbeit.


ECOLISE war ebenfalls mit einem Stand am COP24 vertreten und nahm an diversen Side-Events teil. Auch auf dieser Ebene fanden fruchtbare Kontakte und Gespräch u.a. mit EU-VertreterInnen statt.


Insgesamt ging es stark um die Forderung und Dringlichkeit der rascheren Umsetzung der SDGs sowie der Reduktion der Klimaerwärmung unter 2 Grad Celsius bis 2030. Hauptthemen waren auch Anpassung von Strukturen, Verhaltensweisen und Minderung des CO2 Ausstosses.
Es wurde betont, dass die ganzen Bemühungen zu gering sind und zu langsam. Forderungen für sofortiges Handeln und vermehrte Investitionen für eine positive Wende des Klimawandels wurden laut.


Der Klimamarsch durch Katowice war ein weiteres Zeichen zu vermehrter Aktion für unser Klima; jedoch wurden rund hundert Teilnehmende des Marsches von der grossen Anzahl Sicherheitskräften zurückgehalten!


Beeindruckt hat die 15jährige Schwedin Greta Thunberg mit ihren Statements und ihren Aktionen (Schulstreik freitags vor dem Parlament fürs Klima), welche bereits auch in der Schweiz nachgeahmt werden.


Indigene Völker konnten einen gewissen Erfolg erzielen, durch die Anerkennung ihrer Erfahrungen in Bezug auf den Klimawandel sowie deren Knowhow an Lösungsstrategien. Dafür wurde eine Plattform geschaffen zum Dialog zwischen Indigenen Völkern, lokalen Gemeinden und Regierung.


Weiterführende Links zu COP24:
https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/schweiz-erhoht-beitrage-fur-klimaschutz-um-120-millionen-dollar-65461374
https://gen-europe.org/news-events/archive/latest-news/power-and-possibility-at-cop-24/index.htm
https://www.ecolise.eu/cop24-yields-a-mix-bag-of-results/
https://www.global2000.at/news/ergebnisse-der-cop24-es-geht-voran-aber-viel-zu-langsam
https://www.dw.com/de/15-j%C3%A4hrige-redet-klimapolitikern-ins-gewissen/a-46569114
https://unfccc.int/news/cop24-strengthens-climate-action-of-local-communities-and-indigenous-peoples
https://news.un.org/en/events/cop24

Brigitta Spälti, GEN-Suisse Vorstandspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch

SDG – Nachhaltige Entwicklungsziele der Agenda 2030 – Event an der UNO

SDG – Nachhaltige Entwicklungsziele der Agenda 2030 – Event an der UNO

ReferentInnen aus Genf, Japan, Holland, Frankreich und England zeigten am 9.&10.11.2018 Hintergründe, Missstände und Lösungsmodelle in der Umsetzung der 17 SDGs auf.

 «To live is to choose. But to choose well, you must know who you are and what you stand for, where you want to go and why you want to get there.”

Kofi Annan (1938-2018)

Mit dieser Weisheit von Kofi Annan hat Mintze van der Velde sein Referat begonnen. Er geht zuerst auf die Gründung der UNO 1945, die Menschenrechts-konvention von 1948 und dem Human Rights Council, der dank dem ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan gegründet wurde, ein. Wie steht es mit den Menschenrechten rund 70 Jahre später? Nach wie vor werden vielerorts die Menschenrechte nicht respektiert.

M. v.d. Velde weist darauf hin, dass heutzutage ‘News’ nicht mehr da sind, der Wahrheit willen, sondern, um möglichst viel Aufmerksamkeit von möglichst vielen Personen zu erreichen. Ob der Inhalt der Wahrheit entspräche oder nicht, sei zweitrangig. Er gibt Einblick über die gesamten Entwicklungen hinweg bis zum Zeitalter der künstlichen Intelligenz, welches uns bevorstehe. Er betont, dass Öko-Forschung nicht ausreiche, es brauche Ökoweisheit (Ecosophy).

Um das Leben auf dieser Erde zu retten brauchen wir die Freude der Interaktion mit allem Leben. Wir brauchen Integration auf allen Ebenen (Religionen, Kulturen etc.) Mintze van der Velde erwähnt die NGO ‘End Ecocide on Earth’ und geht auf die oft stille Hintergrundarbeit an der UNO ein. Die Experten von dieser NGO hätten 17 Punkte aufgelistet, welche in den Statuten des ICC (Int. Criminal Court) aufgenommen werden sollten und händigten diese Ban Ki Moon 2015 am COP21 aus. Bisher wurde der Vorschlag jedoch noch nicht angenommen.

Können wir den Wandel erreichen? Schaffen wir die Umsetzung der 17 SDGs bis 2030?

Die Antwort lautet: Ja, mit der enormen Kraft von ‘Goodwill – love in action’!

May East von Gaia Education machte auf die Notwendigkeit aufmerksam, neues Bewusstsein zu entwickeln und Menschen darin zu unterstützen, damit wir eine Gesellschaft erlangen die für die Regeneration statt Degeneration geht. JETZT! – Das Wissen darüber die SDGs und die damit verbundenen Aufgaben zu verstehen sowie deren Anwendung für die eigenen Projekte sei enorm wichtig. Das SDGs-Training ist für ’Multipliers’ ausgerichtet, die genau dies weitergeben, sodass die lokale Bevölkerung als Grundstein globaler Veränderung, mit den SDGs arbeiten kann. Zudem weisst May East darauf hin, dass es unerlässlich sei eine gerechtere Verteilung von Ressourcen durch ein gutes Zusammenwirken lokal und global anzustreben.

René Longet aus Genf macht darauf aufmerksam, dass die Politiker und UNO die Umsetzung der SDGs nicht genug ernst nehmen. «The whole of economy must be devoted to serve human and also other living beings” (R. Passet) – Longet spricht an, dass bereits am Earth Summit 1992 unterschrieben wurde, dass man sich für Biodiversität und gegen den Klimawandel einsetzte. 2000 wurden bereits 8 SDGs bestimmt, welche 2015 hätten erreicht werden sollen, 2002 wurde in Johannisburg für einen radikalen Wandel plädiert und schlussendlich wurden 2012 in Rio die 17 SDGs als gemeinsames Ziel der UNO-Staten für 2030 gesetzt. Die Umsetzung hingegen sei träge. Auf wirtschaftlicher Basis weisst er darauf hin, dass jährlich rund $ 35’000 Billionen an Gelder für Rauchen, Kriege, organisierte Verbrechen, Korruption, steuerbefreite Mittel, Werbung etc. weltweit verwendet werden. Für die Umsetzung der 17 SDGs würde es insgesamt rund $ 5-7’000 Billionen brauchen. Es geht lediglich um einen ‘Money shift’. Das Geld wäre an und für sich vorhanden.

Die Japaner Takeo Inamura und Takeschi Muranaka haben ein spezielles 2030 SDGs Game entwickelt: ‘imacocollabo’. Darin geht es um das Verständnis der SDGs und die Wichtigkeit diese einzelnen Ziele nicht isoliert zu betrachten, sondern sich bewusst zu werden wie eng sie miteinander verknüpft sind. Möchte man zum Beispiel in einem Land das Bereitstellen einer schulischen Infrastruktur bewirken, damit Kinder zur Schule gehen und lernen können, so hat dies nicht nur mit dem SDG 4 ‘Quality Education’ zu tun, sondern es müsste auch das SDG 1 ‘No Poverty’ einbezogen werden. Es gibt Kinder, die können nicht zur Schule, weil sie arbeiten müssen, damit die Familie genug zu Essen hat!

Vita de Waal geht schliesslich auf Resonanz der ‘living earth’ von der Vergangenheit bis in die Zukunft ein. In nur 40 Jahren habe es die Menschheit geschafft um 60% aller Wildtiere zu reduzieren, ergänzend dazu das Schwinden der Biodiversität und nicht zu vergessen die Verschmutzung der Umwelt. Dabei vergessen wir nicht selten, dass auch wir aus Materie dieser Erde geschaffen seien. Sie geht auf die 5 dreidimensionalen geometrischen Formen ein und zitiert Plato und Pythagoras. Diese 5 geometrischen Formen seien aber bereits vor den beiden bekannt gewesen. So hätten traditionelle Heiler und Schamanen diesen 5 Formen bereits Farben und Elemente (Luft, Wasser, Erde, Feuer und Raum) zugeordnet oder diese als Rad des Lebens dargestellt aus welchem alles Leben entstehe. Sie beschreibt wie Resonanz entsteht und verbindet es mit Bewegung. In 3D sei Wandel die Norm, das Gesetz, aber es gibt eine Ordnung in diesem Gesetz der Wandlung.

Johannes Kepler habe schon im 16. Jahrhundert Töne zu verschiedenen Planeten erkannt. Es wurde bekannt, dass viele heilige Stätten ähnliche Frequenzen aufweisen (meist zwischen 110-112 Hz). So gebe es auch zu den 5 geometrischen Formen einen entsprechenden Ton.

Der Einfluss von Mond und Sonne, von Ebbe und Flut, die Erdverschiebungen, all dies sei bekannt, doch auch hier gebe es zu allem einen Ton – die natürliche Frequenz.

Bekannt sind auch die Ley-lines mit verschiedenen Namen aus verschiedenen Kulturen. Oft wurden heilige Plätze genau auf diesen Linien erstellt und hatten dadurch eine spezielle Qualität. Auch von sogenannten Chakren der Erde ist die Sprache.

Die industrielle Revolution hat die Menschheit stark von der Verbindung zur Natur weggebracht und förderte die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Die tragischen klimatischen Veränderungen und Erwärmung belasten Erwachsene wie Kinder in ihrer Gesundheit. (Krebs, Atemprobleme etc.)

Die indigenen Völker haben uns schon lange gewarnt: «For the fates of both humans and beasts are the same: As one dies, so dies the other – they all have the same breath.»

Wir sind getrennt von einem wichtigen Teil unserer selbst. Unsere Elemente sind nicht mehr in Balance. Zu viel Wind – nach asiatischer Sichtweise. Es braucht Erdung, Verbindung zur Erde. – Wenn Elektrizität nicht geerdet werde, so gebe es einen Kurzschluss. – Wir stehen an einem kritischen Punkt und jeder Mensch müsse aufwachen und sich entscheiden ob sie oder er die Strasse der Destruktion oder der Heilung gehen möchte. Es sei Zeit uns selber bewusst zu heilen und unsere Erde. Mit der Erde in Resonanz zu sein, heisse in Harmonie zu sein. Es sei Zeit ganz zu werden.

Dies ist lediglich ein Ausschnitt dieser beiden Tagen zum Thema SDGs an der UNO und soll eine Essenz davon wiederspiegeln.

Brigitta Spälti, Representative to the UN, brigitta.spaelti@ecovillage.org, www.ecovillage.org

 

Nachhaltige Projekte & Ökodörfer unter schwierigen Bedingungen

Nachhaltige Projekte & Ökodörfer unter schwierigen Bedingungen

VertreterInnen aus unterschiedlichen Regionen der Welt berichten am GEN-Event vom 28.10.2018 in Zürich von ihren Projekten und den herausfordernden Umständen mit denen sie zu tun haben.

Nach einem Einstieg durch GEN-Suisse und einem kurzen Überblick über das Globale Netzwerk der Ökodörfer, erzählt Jennifer Trujillo, CASA-Latina von der schwierigen politischen Lage in Kolumbien, von den Initiativen von Ökodörfern und vom Südamerikanischen Netzwerk CASA. Eine Gruppe von Menschen machte nach den Erdbeben auch Einsätze in Mexiko und half mit beim Wiederaufbau von Wohnmöglichkeiten für die Betroffenen.


Der Präsident des Afrikanischen Ökodorf Netzwerks, Ousmane A. Pame, bringt den BesucherInnen die Lage in der Sahel-Zone näher. Zwischen Mauretanien und Senegal, wo früher eine üppige Landschaft mit vielen Wildtieren bestand, ist seit Jahren nun trockenes Sahelgebiet. Ein Grossprojekt zur Wiederaufforstung unterstützt die Wiederbelebung dieses Gebiets zu einer grünen fruchtbaren Zone. Dazu müssen die Jungpflanzen eingezäunt werden, damit sie von den weidenden Tieren nicht gefressen werden. Zäune und Wasserzufuhr sind mit hohen Kosten verbunden. Für die Wasserzufuhr braucht es Pumpen und Leitungen, um das Wasser aus dem grossen Fluss zum gewünschten Ort zu leiten. So entstehen auch Permakulturgärten und ermöglichen eine nachhaltige Selbstversorgung. – Die Regierung Senegals hat vor einigen Jahren entschieden 14’000 traditionelle Dörfer in Ökodörfer zu verwandeln. Diesem Beispiel folgen bereits auch andere Regierungen, wie z.B. Burkina Faso.


Aus Asien berichtet Peter Swan. In seinem Gebiet in Myanmar sind religiöse Minderheiten wie Muslime und Christen bedroht. Der grosse Permakultur-Garten, in welchem er arbeitet, dient auch in gewisser Weise zur Friedens- und Vermittlungsarbeit. Ganze Gruppen von ranghöheren buddhistischen Mönchen begutachten den Garten und lernen über Permakultur. Gleichzeitig versucht Peter Swan vermittelnde Friedensarbeit zwischen den Religionen einfliessen zu lassen.


Aida Shibli aus Palästina, wohnhaft in Portugal, rührt die BesucherInnen mit ihrem Bericht noch tiefer. Die Situation in Palästina hat sich für die Bevölkerung verschärft. Im eigenen kleinen Land müssen sie durch eine Vielzahl von Checkpoints der Israeli, um vom Süden in den Norden zu gelangen, was den Besuch von Verwandten in einem anderen Landesteil praktisch verunmöglicht, da dies mit viel Zeit, Stress und hohen Kosten verbunden ist.
Auch junge Menschen sind immer wieder von der Gewalt durch Israeli bedroht, nicht zu reden von der prekären Situation im Gaza-Gebiet, wo es an Grundversorgung mangelt u.a. auch an Wasser und es für die Menschen dort nie klar ist, wann ein nächster Angriff stattfindet.
Versuche von Friedensarbeit zwischen Menschen aus Israel und Palästina, die eigentlich nicht kämpfen wollen, sind gescheitert, da durch die anhaltende Krisensituation ein Vertrauensaufbau auch zwischen wohlgesinnten Menschen der beiden Gebiete praktisch unmöglich ist. Trotz allem gibt es ein Ökodorfprojekt in Palästina, welches sich erfolgreich entwickelt!


Die lebensnahen Berichte bewegten viele BesucherInnen sehr und es wurde ein reger Austausch mit den RepräsentantInnen gesucht.


Global Ecovillage Network GEN-Suisse, Brigitta Spälti, Vereinspräsidentin, brigitta.spaelti@gen-suisse.ch, www.gen-suisse.ch, www.ecovillage.org